Kurt Rade - virgin-jazz-face

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Redakteure & Bespr.
Laia Genc mit „Liaison Tonique“ im Stadtgarten in Köln
 
Laia Genc – Piano & Vocal
Markus Braun – Bass
Jens Düppe – Drums
 
Es regnete unaufhörlich, es war kalt und es sah nicht so aus, dass wir heute noch einen heißen Konzertabend erleben würden.
 
Laia Genc stellt ihre neue Einspielung „Birds“ mit ihrem Trio vor.
 
Der Konzertsaal war brechend voll, keine Sitzplätze mehr frei und natürlich „Ausverkauft“
 
In der ersten Reihe so viele Fotografen und Reporter wie ich es selten gesehen habe.
 
Das erste Stück ist auch die Titelkomposition „The Bird“. Der Beginn am Bass klang wie der Anfang einer Komposition von Miles Davis. Das änderte sich aber schnell und ein Akkordteppich klang durch den Saal. Die Akkorde gruben sich gleich im unteren Bereich des Zwergfells ein. Eine wunderschöne und vielschichtige Melodie erklang worauf Laia Genc ein druckvolles Solo legte.
 
Die lachenden Gesichter von Markus Braun und Jens Düppe strotzten vor Spielfreude. Das Solo von Markus Braun lebendig und die Begleitung von Jens Düppe wie verwachsen mit dem Ganzen.
 
Der Unterschied zur vorherigen CD, krass.
 
Hier tobten die Töne und Euphorie machte sich breit.
 
Dass die Kompositionen von Laia Genc Tiefe haben, zeigt das Beispiel der beiden Stücke „You Gave Me“ und „Butterflies“.
 
„You Gave Me“ ist ihrer Großmutter gewidmet, von der sie mir in einem Gespräch viel erzählte und wie wichtig sie für Laia war. Hier singt sie nun über ihre Großmutter die Laia in die Wiege gelegt hatte immer ihren eigenen Weg zu gehen. In „Butterflies“ beschreibt sie ihre Studium-Zeit in Istanbul wo sie ein Stipendium bekommen hatte. Diese beiden Kompositionen waren nur Beispiele. Alle ihre Kompositionen enthalten wunderbare Themen und Melodien und reichern sich an aus zwei verschiedenen Welten.
 
Laia hat eine eigene Kompositionssprache entwickelt und mit ihr ihre Improvisationskunst. Bei Solos alles ergreifen und geben, bei den Solos von Markus Braun und Jens Düppe zurückhaltend aber immer anreichernd.
 
Beeindruckend auch die Kompositionen von Jens Düppe. Drummer sind nicht immer gute Komponisten, hier ist es aber anders. „Allemande“ und „Two Birds“.   
 
„Two Birds“ ist eine wunderschöne Komposition. Bestückt mit in sich überlagernden - verschiedenen Melodien. Rhythmisch Vielseitig mit großen Sprüngen und sehr Anspruchsvoll.    
 
„Die Stille unter dem Meer“ beendet diesen Abend. In dieser ruhigeren Komposition zeigt dieses Trio seine augenblickliche Einzigartigkeit wie man den Jazz als Kunstform bereitet. Ein guter Maler hätte diesen Abend nicht besser gestalten können.  
 
Das Publikum war ganz aus dem Häuschen und das Trio bekam stehend Ovationen. Anschließend mussten die Musiker einiges an CD´s signieren.
 
Die neue Einspielung „Birds“ kann man jeden Jazzhörer nur ans Herz legen, denn sie ist ein Meilenstein.
 
 
Text & Foto: Kurt Rade

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Gjertrud Lunde in der Pauluskirche Dortmund
 
Gjertrud Lunde - Gesang
Florian Zenker - Gitarre / Baritongitarre / Elektronik
Wolfert Brederode - Piano
Jarle Vespestad - Schlagzeug / Perkussion
 
Der Weihnachtsmarkt in Dortmund war eröffnet, viele Menschen tummeln sich in der Dortmunder City und das Wetter ist kalt und unfreundlich.
 
Der Kälte entgeht man am besten wenn man zu einem tollen Konzert geht und dieses war das Konzert mit Gjertrud Lunde und ihrem Quartett.
 
Gjertrud Lunde kam gerade von einer Japan Tour zurück und stand noch völlig unter diesem Eindruck. Die Menschen in Japan lieben ihre Musik und waren begeisterte Konzertgänger.  
 
Nun hatten wir das Glück Gjertrud Lunde mal wieder Live zu erleben und die Pauluskirche in Dortmund war ein stimmungsvoller Ort dafür, denn auch Weihnachten steht vor der Tür.
 
Schon nach den ersten Klängen ihrer Stimme und den Kompositionen des Jazz, geboren aus der traditionellen Volksmusik Norwegens versetzt den Hörer gleich in eine andere Welt. Ihre Stimme ist so klar und ausdrucksstark dass sie die Menschen in ihren Bann zieht.
 
Ihre neuen Kompositionen sind gewagter, beinhalten mehr moderne Elemente und sind rhythmisch ausgefeilt. Auch der Mut zu mehr Elektronik ist deutlich hörbar und bereichert das Konzert.
 
Durch die Vielfältigkeit ihrer Stimme im Zusammenspiel mit ihren Mitspielern die alle überragend sind war dieser Konzertabend mehr als gelungen.
 
Für 1 ½ Stunden durften wir träumen und in eine Welt versetzen lassen die unsere Seelen fliegen ließ.
 
Als Zugabe gab es das herrliche Stück „Finnskogene“
 
Im nächsten Jahr wird ihre neue Einspielung erscheinen die wir schon mit Spannung erwarten.     
 
 
Text & Fotos: Kurt Rade

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„Ein Deutsches Requiem“ von Johannes Brahms in der  Christuskirche in Bochum
 
Johanna Winkel - Sopran
Thomas E. Bauer – Bariton
Duo d’Accord -  Klavierduo Lucia Huang & Sebastian Euler
ChorWerk Ruhr - Chor
Florian Helgath -  Musikalische Leitung
 
Was hat das Deutsche Requiem von Brahms mit Jazz gemeinsam. Nicht nur in der Klassik gibt es Requiems, auch der schwedische Jazzmusiker Nils Lindberg schuf die Komposition „Requiem Jazz“.
 
Das Besondere an Brahms Requiem ist, dass es für die Lebenden und Hinterbliebenen geschrieben wurde. „War­um müs­sen Men­schen lei­den? Wie kann Gott es zulas­sen...... „ Hier zu gehört auch der verzweifelte Ruf: „Tod wo ist dein Schatten, Tod wo ist dein Ziel“
 
Der überwältigende Schmerz von Verlust wird deutlich und ist hiermit zeitlos besetzt. Aber er gibt uns auch die Hoffnung dass der Tod nicht von uns aber von Gott „plötzlich in einem Augenblick überwunden wird“
 
Wie der Jazz wurde auch dieses Requiem im Zeitgeist geschrieben und beschäftigt sich mit den Tatsächlichkeiten des Lebens der Menschen.
 
Musikalisch ist das Deutsche Requiem einfach phänomenal, den Musikern wie den Sängerinnen und Sängern wird vieles abverlangt. Text wie Komposition sind tief emotional und bewegen die Seele.
 
Normalerweise ist das Requiem geschrieben für ein großes Orchester und einen Chor mit 200 Stimmen. Florian Helgath reduziert den Chor auf 29 Stimmen, 2 Solostimmen und 2 Flügeln mit vierhändiger Klavierfassung.
 
Dadurch gewann diese Aufführung eine gefühlvolle Intimität, wodurch die Zuhörer eine besondere Nähe zu dem Werk bekamen.
 
Die große Klasse des Chores und das hervorragende Klavierduo Lucia Huang & Sebastian Euler, so wie die Transkription des Werkes von Florian Helgath machten dieses Konzert zu einem unvergessenen Musikerlebnis.
 
Text & Fotos: Kurt Rade

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„Diana Krall“ in der Mercatorhalle in Duisburg
 
Diana Kroll – Piano
Anthony Wilson – Gitarre
Stuart Duncan – Violine
Robert Hurst - Bass
Karriem Higgins - Drums
 
„Ausverkauft“
 
Schon sehr früh füllte sich der Saal und einige Konzertbesucher waren schon zwei Stunden vor Konzertbeginn vor Ort. Wann hat man auch mal die Gelegenheit Diana Kroll, eine der Weltbesten Jazzsängerinnen und Pianistinnen zu erleben.
 
Die gebürtige Kanadierin war sehr charmant und gegenüber dem Publikum sehr zugewandt und mitteilsam.
 
Ihre Musiker, von absoluter Qualität hatten ein enormes Feingefühl sich in ihre Kompositionen einzufügen und diese zu interpretierten. Sie bildeten einen musikalischen Teppich, auf dem Diana Kroll sicher wandeln konnte und so ihre hohe Kunst dem Publikum vermittelte.
 
Dina Kroll hat eine Stimme die Ihresgleichen sucht. Ihr Einfühlungsvermögen in jede einzelne Note ist ein Genuss. Ihr Zauber schlägt jeden in ihren Bann und die Interpretation der Komposition "Still on my feet"  von Joni Mitchell war einfach sensationell. Sie berührte die Seele und was will man mehr.
 
Natürlich waren außer ihren eigenen Komposition der große Cole Porter zu hören und viele mehr. Der Abend verging so schnell, zu schnell denn ohne Zugabe konnte Diana Kroll die Bühne nicht verlassen. Sie meinte noch „ Geht schon mal an die Bar, ich spiele hier weiter“ nur keiner ging.
 
Sie ist nun auf Welttournee und möge diese so erfolgreich sein wie das Konzert in Duisburg für das „Klavier-Festival Ruhr“
 
 
Text & Foto: Kurt Rade

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„JazzLine“ für das Klavier-Festival-Ruhr in Wuppertal in der „Historischen Stadthalle“
 
Thomas Quasthoff - Vocals
Frank Chastenier – Piano
Dieter Ilg - Bass
Wolfgang Haffner - Drums
 
Wunderbar und schön ist die „Historische Stadthalle“ in Wuppertal. Vor fast ausverkauftem Saal, in dem nur noch einzelne Plätze frei waren, warteten alle gespannt auf Thomas Quasthoff und Band.
 
Thomas Quasthoff, der seine erfolgreiche Karriere als Bassbariton beendet hatte, aber noch weiter öffentlich singen möchte, hat den Jazz für sich entdeckt. Das ist natürlich immer ein Wagnis, denn die Art des Singens dieser zwei Genres ist sehr unterschiedlich. Hier bewegen sich Klassiker immer auf dünnem Eis.    
 
Eröffnet wurde der Abend natürlich durch das Trio und diese zeigten gleich was in ihnen steckt. Es war einfach ein Genuss ihnen zu zuhören. Erst beim zweiten Stück kam Thomas Quasthoff auf die Bühne und das Publikum tobte an den Stühlen.
 
Seine tiefe Stimme ist für Evergreens und dergleichen mehr als geeignet, ganz tief von unten holt Thomas Quasthoff aus und singt seine Stücke ans Licht. Besser geht’s nicht.
 
Nervig waren ab und zu seine „Fehl am Platze“ Kommentare, die das Niveau seines Gesanges nicht erreichten. Aber wir waren ja wegen der Musik hier.
 
Songs und die Interpretation die an diesem Abend niemand vergessen wird wie: „You are so beautiful“ (Billy Preston) „Summertime“ (George Gershwin), „Fly me to themoon“ (Bart Howard), „Imagine“ (John Lennon) und „My Funny Valentine“ von (Richard Rodgers).
 
Das Publikum war völlig aus dem Häuschen, denn wann hat man mal die Gelegenheit 4 solche grandiosen Musiker in einer Band zu hören. Ein gelungener Jazzabend an dem man sich wünscht, dass dieses Publikum auch den Weg zu anderen Jazz-Konzerten und Jazzclubs finden wird.
 
 
Text & Foto: Kurt Rade

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„Anna Maria Jopek“ für Klangvokal im domicil in Dortmund

Anna Maria Jopek – voc / keyboard
Krzysztof Herdzin – piano / keyboard / akk/fl / kalimba / vocals
Robert Kubiszyn – bass / percussion / voc / live looping
Pawel Dobrowolski - drums
 
Klangvokal hat es geschafft Anna Maria Jopek in Dortmund auf die Bühne zu holen. Dieses war schon lange ein Wunsch der Organisatoren und eine richtige Entscheidung.
 
In Polen ist sie ein Jazz-Star und ihre Zusammenarbeit mit Pat Metheny legendär. Natürlich war das domicil an diesem Abend eine polnische Enklave und völlig „Ausverkauft“
 
Dieser Abend wurde ein Abend der Balladen. Schon beim ersten Stück sang sich Anna Maria Jopek in die Herzen der Zuhörer. Ihre Stimme ist weich und hat einen wunderbaren Klang. Sie singt wirklich aus dem Herzen und jeder Ton ist wichtig. Es ist natürlich nicht zu überhören das ihre Kompositionen sich sehr stark an Pat Metheny anlehnen, was dem Abend aber auch eine besondere Stimmung verleiht.
 
Ihre musikalischen Partner passen sich Anna Maria Jopek voll an und jeder von ihnen ist ein Könner an den Instrumenten.
 
Natürlich konnte Anna Maria Jopek erst nach mehreren Zugaben die Bühne verlassen und hinterließ ein glückliches Publikum.
 
 
Text & Fotos: Kurt Rade

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„Klangvokal Festival 2017“  Vakia Stavrou im domicil in Dortmund
 
CHANSONS VOM MITTELMEER / Zypern
 
Vakia Stavrou - GESANG & GITARRE
Carlos Bernardo - GITARRE
Octavio Angarita - VIOLONCELLO
Guillaume Robert - KONTRABASS
Inor Sotolongo – PERCUSSION
 
Was sich für eine Gefühlswelle auf die Zuhörer im domicil zubewegte, ließ sich vorher nicht erahnen. Die zypriotische Sängerin Vakia Stavrou bewegte durch ihren klaren Gesang und einer Stimme die voller Melancholie und Tiefgang, den Hörer in eine Welt des portugiesischen Fado, wie auch griechisch-mediterranen Flair und Argentinischen Tango eintauchen ließ.  
 
Eine Weltbürgerin die in vielen Ländern und Städten zu Hause ist. Dort hat sie die Geschichten und Sehnsüchte der Menschen in sich aufgenommen und durch ihre Kompositionen und Stimme zum Ausdruck gebracht. Sie leidet an dem Leid der Menschen und ist glücklich mit dem Glück der Menschen und teilt unser aller Sehnsüchte.
 
Wunderbare Melodien, umgesetzt von tollen Musikern die sich mit der Musik von Vakia Stavrou voll identifizieren.
 
Hier zeigte sich wieder, dass egal welche Musik-Art es auch ist, zeugt diese von Qualität und Engagement, bewegt sie uns und ist ein Hör-Genuss.
 
Eine gute Wahl des Klangvokal-Teams
 
Text & Foto: Kurt Rade

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„A Tribute To The Great Dave Brubeck“

Laia Genc & Sabine Kühlich und Band in der „Jazzschmiede“ in Düsseldorf

Laia Genc – Piano & Vocal
Sabine Kühlich – Saxophon & Vocal
Stefan Werni – Bass
Stephan Schneider - Drums
 
Wer kennt nicht Dave Brubeck, allen Jazzhörern wie Musikern ist er ein Begriff. Seine wohl bekannteste Komposition „Take Five“ ist eines der meist gespielten Kompositionen überhaupt.  Es ist kaum abzuschätzen in wie vielen Variationen dieses Stück gespielt wurde.
 
Wer kennt Laia Genc und Sabine Kühlich. Ich glaube sehr vielen Jazzhörern sind beide Musikerinnen ein Begriff. Sie haben sich in die Spitzenliga hochgespielt und haben die Reife und die Klasse, die Kompositionen von Dave Brubeck in ihrem Sinne zu interpretieren.
 
Schon in jungen Jahren waren beide Musikerinnen von Dave Brubeck fasziniert, denn nicht nur die Musik, auch sein Engagement und Einsatz für Unterdrückte und wegen ihrer Hautfarbe diskriminierte Musiker beeindruckte sie sehr.
 
Normalerweise treten beide Musikerinnen mit diesem Programm als Duo auf, aber heute Abend wurden Stefan Werni und Stephan Schneider mit hinzugezogen.
 
Zu Beginn des Konzertes in der gut besuchten Jazzschmiede brillierte Sabine Kühlich mit guten Entertainment-Qualitäten, indem sie die Zuhörer geschichtlich an die Hand nahm und den Abend hindurch die Spannung hoch hielt.
 
„Blue Rondo A La Turk“ Eine Komposition mit vertrackten Rhythmen, schnellen Wechseln, mit Spannungen und Blues im Blut. Laia & Sabine würzen ihre Interpretation noch mit einem 9/8 Takt und Laia spielt ein fast klassisch anmutendes Solo, das vor Variationen strotzt, ein Ohrenschmaus für alle Zuhörer.  
 
„The Message“ eine wunderbare Komposition & Text von Sabine Kühlich. „Was bleibt von uns, wenn wir mal nicht mehr da sind?“ Inspiriert durch das Gespräch mit einem todkranken Freund brachte Sabine diese Komposition zu Papier und wie das Leben so ist, mit seinen Unregelmäßigkeiten so bewegte es sich abwechselnd in 3/4 und 4/4Takten.  Sabine singt diesen Text tiefgreifend, ihr Saxophon-Solo schwebt über die wunderbare Komposition und der Text nimmt für den Zuhörer bildliche Formen an.
 
Alle Musiker sind hoch konzentriert, haben eine herrliche Spiellaune und diese wird vom Publikum begeistert honoriert.
 
Ein Höhepunkt des Abends ist mit Sicherheit das Stück von Dave Brubeck „Koto Song“. Diese Ballade geht tief ins Herz und gehört zu den wunderbarsten Stücken, die ich kenne. Als ich als junger Jazzhörer dieses Stück zum ersten Mal hörte, hat es mich tief beeindruckt und mein ganzes weiteres Leben nicht mehr vergessen lassen. Die Interpretation von Laia & Sabine steht dem Original in nichts nach. Und wieder spielt Laia ein Solo, das durch wenige Töne, die Zeit abwartend einen tiefen Spannungsbogen hält, wodurch jeder Ton wie eine ganze Melodie klingt. Das Bass-Solo von Stefan Werni setzte dem Ganzen noch die Krone auf.
 
Natürlich durfte auch „Take Five“ nicht fehlen. Laias Beginn mit einem Ostinatorhythmus und das Thema einsetzend von Sabine. Der Rhythmus klar und ein wenig vertrackt. Sabine setzt ein Solo und tänzelt auf Laias Ostinato mit einem Klangrausch und treibt das Stück immer höher. Irgendwo fängt Laia Sabine ab, übernimmt und spielt sich in einem Rausch zum Gipfel. Das treibende Schlagzeug-Solo von Stephan Schneider einfach toll und „Take Five“ reißt alle mit.
 
Der Abend, reich an weiteren Kompositionen, bescherte uns einen Hörgenuss nach dem anderen. Wer nur einen gemütlichen Abend Jazzabend erwartet hatte, wurde positiv und anders überrascht. Die Erkenntnis, Laia und Sabine haben sich mit Brubecks Kompositionen nicht nur befasst, sondern diese aufgesogen und ihnen neues Leben eingehaucht. Brubeck in einem neuen Licht das wirklich leuchtete.
 
Selbstverständlich konnte die Band ohne Zugabe nicht gehen und das Publikum ging begeistert nach Hause, die CD`s waren nach dem Konzert fast alle vergriffen und die Jazzschmiede-Düsseldorf hatte wieder einen tollen Konzertabend.
 
 
Text & Foto: Kurt Rade

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„Jazzahead 2017 & Finnland als Gastland“ in Bremen vom 23.04. – 27.04.

Dieses Jahr hört sich der Besuch der Jazzahead sehr spannend an, denn Finnland ist dieses Jahr Gastland. Außerhalb der finnischen Grenzen ist der finnische Jazz noch eine verhältnismäßige Unbekannte. Natürlich gibt es auch ein paar Ausnahmen wie Iiro Rantala, der auch in diesem Jahr mit der Bremer Kammer-Philharmonie ein erfolgreiches Galakonzert gegeben hat.
 
Wie auch in den Skandinavischen Ländern überwiegt die Natur mit ihren Wäldern und Seen das Bild Finnlands, mit Ausnahme von einigen großen und kleinen Städten.
 
Wer den finnischen Jazz ein wenig kennt, weiß das dieser nicht aus den Volksliedern geboren wurde, wie zum Beispiel in Norwegen oder Schweden. Hier hört man die Einflüsse aus der Welt des Jazz und hat aus der Summe eine eigene Synthese entwickelt.
 
Natürlich waren auf der Jazzahead auch Musikerinnen und Musiker aus vielen anderen Ländern der Welt zu hören.
 
Wenn Finnen irgendwo auf einem Festival oder Event sind, sind sie nicht einfach nur da. Durch den Aufbau eines kleinen finnischen Dorfes außerhalb der Hallen am Vorplatz, konnten dort original leckere Burger, Pilzpfannen und Getränke konsumiert werden. Auch eine Sauna war selbstverständlich aufgebaut worden.
 
Eröffnet wurde die „Finnish Night“ durch die finnische Botschafterin Frau Ritva Koukku-Ronde. Gespielt wurde auf 3 Bühnen, mit 8 Bands und es gab über 4 Stunden feinsten finnischen Jazz.
 
Die Eröffnungfeier wurde musikalisch begleitet durch die Band „Elifantree“  

Anni Elif Egecioglu - vocals, synth, piano     
Pauli Lyytinen - saxophone, effects, EWI, sampler, synth     
Olavi Louhivuori - drums, percussions  
 
Elifantree überraschte alle durch ihre experimentelle musikalische Reise an die Grenze zwischen improvisiertem Jazz und Pop. Ihre Kompositionen mit Surrealistischen Klangbildern, voller Energie und Intensität zog alle in den Bann. Mit Sicherheit eine der aufregendsten Hörerlebnisse des Abends.

Als erste Programm-Band des Abends, das „Kari Ikonen Trio“
 
Kari Ikonen – piano
Olli Rantala – double bass
Markku Ounaskari – drums

Eigentlich ein Trio wie es im Buche steht, aber was macht es so einzigartig? Es ist sehr lebendig und lebt von den Geschichten die diese Musiker erzählen, z.B. die Geschichte von Tschernobyl. Die Geschichten bestimmen den Sound und machen diesen breit und individuell. Der Bassist spielt sehr durchdringend mit einem vollen Bassklang der dieser Band die Tiefe verleiht. Breit auch die Akkorde und Piano-Klänge von Kari Ikonen der mit seinen Harmonie und Klasterklängen Tschernobyl musikalisch erwachen lässt. Die treibenden Drums vollenden es.
 
 
Die zweite Band „Virta“ mit viel Elektronik und Finnisch pur
 
Antti Hevosmaa - tpt, voc, elec
Heikki Selamo  - g, voc, elec
Erik Fräki - dr, perc, elec
 
Was für eine Wucht und eine Kraft die einem hier entgegen schlug. Von 0 auf 100 in wenigen Sekunden und eine Spielfreude die seinesgleichen sucht. Ein Antti Hevosmaa der sein Inneres nach außen kehrte und seine Trompete fast verschlang. Seine Tonfolgen gruben sich tief in den Bauch ein und alle zusammen ließen die Zuhörer in Sphären schweben. War das Jazz oder Rock oder Punk oder was war es. Egal, für mich die Entdeckung des Festivals.
 
Auf ging es danach in den Schlachthof zu „Tenors of Kalma“

Jimi Tenor = Lassi Lehto - voc, sax, keys
Kalle Kalima – g
Joonas Riippa - dr
 
Krachend, laut, schrill und schmutzig kann man diese Musik bezeichnen. Der oft schrille und knackige Rock aus Finnland sticht gleich hervor und als Überraschung kommen auch leise und balladenhafte Klänge. Jedenfalls stimmt die Dynamik und das Publikum hört und bewegt sich in den Klängen mit. Kalle Kalima brilliert durch stechende Solos die zubeißen.
 
Zurück zum letzten Konzert des Tages in der Halle, das „Aki Rissanen Trio“
 
Aki Rissanen - p
Antti Lötjönen - b
Teppo Mäkynen – dr                                                                                                 

Was einem bei Aki Rissanen gleich auffällt, wie gefühlvoll er es schafft durch hohe Sensibilität, Leidenschaft und Energie mit herrlichen Läufen und Kompositionen seine Musik auf das Publikum zu übertragen. Ein intelligentes Trio mit einer gewaltigen Kraft.  "Aki Rissanen ist ein großer musikalischer Erzähler dem man gerne zuhört.
 
Hervorheben muss man noch „Karolina Strassmayer & Drori Mondlak KLARO“
 
Karolina Strassmayer - as
Drori Mondlak - dr
Rainer Böhm - p
Thomas Stabenow – b
 
Was bedeutet Klaro? Weiß ich nicht, nur das Karolina Strassmayer mit ihrer Virtuosität und Kraftvollem drückenden Spiel die Zuhörer verzaubert. Modern oder nicht? Sie synthetisiert Lyrik, Folklore, amerikanischen Jazz Stil, Grooves und Swing zu einem eigenen Sound und Klang. Durch ihren musikalischen und Lebenspartner Drori Mondlak wird eine Partnerschaft geschaffen deren musikalische Intensität einen Vergleich mit Jones & Coltrane zulässt. Rainer Böhm der Lyrikkünstler und Thomas Stabenow am Bass treiben Karolina vor sich her und schaffen einen Hörgenuss für die Zuhörer.
 
Natürlich musste noch die ClubNight in der Stadt besucht werden und es empfahl sich die Gruppe „Dalindèo“ aus Finnland.
 
Valtteri Pöyhönen - g
Jose Mäenpää - tpt, keys
Petri Puolitaival - ts
Pekka Lehti - ac-b
Rasmus Pailos – perc
Jaska Lukkarinen – dr

Ein Jazz der erst schwer einzuordnen ist. Das es Swing-Jazz ist klar, ein Jazz der seine Wurzeln in den Siebziger-Jahren hat aber auch viele Einflüsse aus Film und einer Atmosphäre des Küstensoundjazz besitzt. Jedenfalls voll Power und mit viel Liebe interpretiert. Hier ging richtig die Post ab und das Publikum war ganz aus dem Häuschen.

Natürlich gab es eine Menge mehr an Konzerten die über ganz Bremen verteilt waren und für jeden geschmack war etwas zu finden.
 
 Leider findet alles mal ein Ende und diese vorzügliche Jazzahead 2017 stach durch seine sehr gute Organisation und hervorragend ausgesuchten Musikern hervor. Es gab ja nicht nur Musik aber alles drehte sich um die Musik. Auf der Messe war die Welt des Jazz zu Hause und es tummelten sich Veranstalter, Plattenfirmen, Musiker, Jazzjournalisten u.s.w. in der Messehalle. Es wurden Gespräche geführt, Verträge abgeschlossen, Konferenzen abgehalten, viele Diskussionen geführt und viele neue Erkenntnisse gewonnen.
 
Die Jazzahead in Bremen ist ein großer Gewinn für den Jazz und kann gar nicht hoch genug bewertet werden. Sie ist ein Meilenstein und hier noch einen großen Dank an die Organisatoren, ihren Mitarbeitern sowie den zahlreichen Helfern.
 
2018 wird Polen das Gastland sein, hört sich jetzt schon spannend an.  
 
 
Text & Fotos: Kurt Rade   Zeichnungen: Sinikka Airaksinen-Rade

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Jasmin Tabatabei und das David Klein Quartett im Essener „Grillo-Theater“
 

Jasmin Tabatabei – Vocal
David Klein – Saxophon
Roberto Di Gioia – Piano
Davide Petrocca – Bass

Peter Gall - Drums
 
Jasmin Tabatabei, hörte ich zum ersten Mal auf dem Jazzfest 2015 in Bingen und es war mehr als ein hörenswertes Konzert. Nun stand sie in Essen auf der Bühne um ihre neue CD zu präsentieren und das Konzert war völlig ausverkauft.
 

Mit der Komposition von Georg Kreisler  „Was sagt man zu den Menschen, wenn man traurig ist“ eröffnete sie den Abend und wurde vorgesetzt  mit Kompositionen von Cole Porter, Hildegard Knef, Reinhard Mey und anderen Komponisten.
 

Aufgelockert wurde der Abend durch humorvolle Einlagen seitens Jasmin Tabatabei und David Klein durch familiäre Geschichten und andere Begebenheiten.
 

Irgendwie wirkte leider alles ein wenig gebremst. Jasmin Tabatabei war krank, gab sich aber sehr viel Mühe ihre Kunst dem Publikum rüberzubringen. Die Band, anstatt das Fehlende auszugleichen zog sich was Dynamik und Spielwitz angeht weitgehen zurück und überraschte mich mit ihrer Passivität.
 

Der größte Teil des Publikums war jedenfalls begeistert und es ist ja immer schwierig einen Auftritt zu meistern wenn die Gesundheit nicht mitspielt.
 
Trotzdem war dieses Konzert ein schöner Jahresausklang und wir freuen uns schon auf die Musiker des Jahres 2017 hier im Grillo-Theater in Essen.  
 

 
Text & Fotos: Kurt Rade

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Stephan Mattner´s „String Project“ im Loft in Köln
 

Julia Brüssel – Violine
Zuzana Leharová – Violine
Pauline Buss – Viola
Elisabeth Coudoux – Cello
Stephan Mattner - Tenor-Sopransax
Philipp van Endert – Gitarre
Sebastian Räther – Bass
Silvio Morger – Drums
 

Schon am frühen Nachmittag, bei schummrigen Tageslicht  ging es ins Loft um ein Gruppenfoto von „String Projekt“  festzuhalten. Die Stimmung war locker und alle hatten einen Riesenspaß an diesem Projekt.
 

Nach den Fotos waren weitere Proben angesagt und es mehr als interessant den intensiven Vorbereitungen beizuwohnen zu können. Die Mitspielerinnen und Mitspieler  die Stephan Mattner ausgesucht hatte, zeugten von hoher Qualität und einem großen Engagement.
 

Die Kompositionen von Stephan Mattner sind anspruchsvoll und von seltener Klarheit. Durchzogen von wunderbaren Melodien, sehr gefühlvoll und sensibel.
 
Das Loft füllte sich leider nicht und ich war sehr überrascht wie wenig Publikum zu diesem wunderbaren Projekt kamen.
 

Vom musikalischen Ablauf her, ist String Projekt genau das richtige Wort, denn ohne Pause wurde diese Suite für Band und Orchester aufgeführt.
 

Seine Wurzeln hat Stephan Mattner natürlich auch in der klassischen Musik und der Reiz in der Komposition Streicher mit einzubinden zollt natürlich auch der veränderten Kompositions-Landschaft. Der Übergang von Jazz zu Klassik oder umgekehrt verläuft immer fließender.
 

Die Kompositionen verlaufen sehr lyrisch was eine Stärke von Stephan Mattner ist und im improvisatorischen Teil seinen Mitspielern auch einen großen Freiraum lässt.
 

Wohne ich nun einem Jazz oder Klassik Konzert bei, diese Frage stellt sich hier nicht mehr. Im zweiten Teil der Suite sind Streicher und Jazzensemble so miteinander verwoben und die Melodien so ineinander fließend, das der Zuhörer Raum und Zeit verliert und nur noch das Hörerlebnis zählt.
 

Das Publikum war völlig begeistert  und sorgte nach dem Konzert für viel Gesprächsstoff. Man kann hoffen dass diese wunderbare Musik in Zukunft viele Zuhörer finden wird.
 

 

Text & Fotos: Kurt Rade

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Das „Iiro Rantala Trio“ im „domicil“ in Dortmund
 
Iiro Rantala - Piano
Lars Danielsson - Bass
Morten Lund – Drums
 
„How Long Is Now?“ unter diesem Motto steht das Konzert von Iiro Rantala im domicil. Das Konzert ist völlig „Ausverkauft“ und der Konzertsaal füllte sich rasend schnell.
 
Mit Lars Daniellson und Morten Lund hat er sein Trio neu formiert und es mal wieder geschafft ein Supertrio aus dem Hut zu zaubern. Alle drei Musiker sind dafür bekannt ihre Musik mit Leidenschaft und ohne Kompromisse zu machen, natürlich kann die Form variabel sein.
 
Das Konzert wurde live vom WDR übertragen und auch das Publikum war gleich enthusiastisch mit dabei.
 
Was dann kam war eine Rally durch die Bahnen des Jazz. Mit unglaublicher Energie, Spielwitz und Virtuosität bereiteten sie den Zuhörern einen traumhaften Jazz-Genuss. Die Zeit verging so schnell das man es kaum wahrnahm.
 
Die Kompositionen, meist von Iiro Rantala, schnörkellos und durchzogen von wunderbaren Melodien. Ob mit Drive oder Balladen, er spielte sich direkt ins Herz der Zuhörer hinein.
 
Auch sein Humor begeisterte, Iiro erzählte von seiner Familie und wie das Jazz-Leben damit ist. So schaffte es Iiro den Abstand zwischen Musikern und Zuhörern einfach aufzuheben und alles zu einem Ganzen zu fügen. Er nahm sein Publikum einfach gesagt, mit auf seine Reise.  
 
Eigenkompositionen von Rantala waren zum Beispiel „Voyage“ und „Stuff it“. Von Lars Danielsson „Africa“ und „Taxim by Night“. So wie die Jazzklassiker „Polka Dots and Moonbeams“ von Jimmy Van Heusen und klassische Interpretationen wie die Overtüre aus Bernsteins Oper „Candide“ in einem Solovortrag von Iiro Rantala.
 
Das Stück „Yaer 2016“ zeigte auch einen Iiro Rantala, der in dieser Komposition das Jahr 2016 Revue passieren lässt und seine Nachdenklichkeit und Sorgen wie es mit den Menschen weiter gehen soll ausdrückt. In einem persönlichen Gespräch das ich mit ihm führen konnte, erlebte ich einen Iiro Rantala der das Weltpolitische Geschehen genau beobachtet und verfolgt. Er wünscht sich nichts mehr als das die Menschen einander verstehen und durch seine Tourneen in viele Länder beobachtet hat, dass diese in Frieden mit ihren Familien leben wollen.
 
Zum Schluss gab es als Zugabe „Sir Duke“ von Steve Wonder und der Saal Rockte. Rantala übermittelte hiermit die positive Seite des Lebens und demonstrierte damit die Kraft der Musik die uns Menschen verbindet.
 
Iiro Rantala ließ es sich nach dem Konzert nicht nehmen, im Foyer seine Cd´s und Platten zu signieren und hatte für jeden Zuhörer ein offenes Ohr und Zeit für einen kurzen Plausch.
 
Hier verließen viele Menschen das domicil in Dortmund mit einem erfüllten Jazz-Abend im Herzen.
 
 
Text & Fotos: Kurt Rade

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Das „Gjertrud Lunde“ Quartett in Dinslaken für die Jazz-Initiative

Gjertrud Lunde - (NO) Vocal  
Kristjan Randalu - (EST) Piano
Florian Zenker - (D) Gitarren
Bodek Janke - (D/ PL ) Perkussion,Tabla
 
Die Jazzinitiative Dinslaken, ist ein Juwel in dieser Region. Sie bietet im Ledigenheim Jazzmusik in hoher Qualität mit Musikern die ihresgleichen suchen. Die Konzerte sind immer gut besucht und freuen sich wachsender Beliebtheit.
 
Nun war das Gjertrud Lunde Quartett zu Gast und wieder wurde es ein außergewöhnlicher Abend. Gjertrud Lunde, geboren in Norwegen ist mit ihrem Land und seiner Natur sowie den Menschen fest verbunden. Norwegen ist ein Land mit einer atemberaubenden Natur. Wer jemals dort war wird es nie vergessen und Norwegen prägt den Menschen. Auch ich hatte die Gelegenheit Norwegen zu besuchen und die raue Natur zu erleben die eine gewisse Mystik ausstrahlt.
 
Schon das erste Stück veränderte die Stimmung im Saal völlig. Wer die Augen schloss konnte sich leicht in die Mystik reinversetzten und die Bilder der Landschaft vor dem inneren Auge vorbeiziehen lassen.
 
Gjertrud Lunde zog mit ihrer leicht rauchigen und klaren sowie durchdringenden Stimme die Zuhörer in ihren Bann. Die Intros zu ihren unverwechselbaren Kompositionen wurden immer durch Klänge der Heimat verbunden.
 
Der Gitarrist Florian Zenker, für den seine Gitarren außer einem Zupfinstrument auch Klangerzeuger und ein Streichinstrument sind, gibt ein Beispiel für die Vielfältigkeiten die man einem Instrument entlocken kann. Er schafft Sphären und Klangräume die Träume erleben lassen und seine Solos bewegen.
 
Bodek Janke ist nicht nur Schlagzeuger. Er ist gleichzeitig auch ein Solist der durch sein Tabla Spiel den Kompositionen zusätzliche Besonderheit verleiht. Er passt sich fugenlos in die Band ein und durch sein druckvolles Spiel wichtige Spannungsbögen aufbaut.
 
Kristjan Randalu am Piano war die Überraschung des Abends. Mit einer unglaublichen Feinfühle aber auch explodierender Energie, so wie herrlichen Akkorden und Melodien verzauberte auch er alle Zuhörer. Das Duo Stück mit Gjertrud Lunde war einfach überragend.
 
Hier hat Gjertrud Lunde wirklich ein gutes Händchen in die Zusammenstellung ihrer Musiker gezeigt, die ihre Musik so umsetzten wie sie es will.
 
Am Ende des Konzertes, natürlich nicht ohne Zugabe lag eine fast zu fühlende Melancholie  im Saal, die aber ein Wohlgefühl hervorrief.
 
Die Einspielung „HJEMKLANG“ ist absolut zu empfehlen.
 
 
Text & Fotos: Kurt Rade

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Caroline Thon & Patchwork im domicil in Dortmund
 
Jazz – erfrischend, unakademisch und Charismatisch  
 
Caroline Thon - Saxophon
Elke Woerndle - Vocal
Simon Seidl - Piano
Alex Morsey - Bass
Silvio Morger - Drums
 
Nach langer Zeit, spielte Caroline Thon endlich wieder mit ihrer Band „Patchwork“ im domicil in Dortmund. Gut besucht und mit lockerer Stimmung warten wir gespannt wie sich „Patchwork“ entwickelt hat.
 
Hochkonzentriert, wie man es von Caroline kennt, eröffnete sie das Konzert. Gleich das erste Stück nahm uns gefangen und Caroline erzählte uns durch Text, Ansprache und Musik ihre Philosophie des Lebens und ihrer Musik.
 
Hervorstechend die klasse ihrer Mitspieler. Elke Woerndle aus Österreich, die zu den Konzerten immer eine lange Anreise hat, ist eine herrliche Bereicherung dieser Band. Die Klarheit ihrer Stimme und ihre Dynamik verzaubert einfach. Simon Seidl am Piano, der durch seine melodiösen Akkorde aber auch abstrakten Tonbildungen immer eine Spannung hält. Silvio Morger, war als Ersatzmann eingesprungen das man der Band aber nicht anmerkte. Mit Alex Morsey, bildete er ein Duo das keinen Zuhörer mehr auf dem Hocker hielt. Beide spielten wie aus einem Guss denn Morsey und Morger trieben sich gegenseitig an. Alex Morsey war an diesem Abend überragend, seine Begleitung war mehr als das und seine Soli, teilweise mit Stimme, brachte seine Mitspieler zu Höchstleistungen.
 
Caroline Thon schwebte über allem, denn ihr wunderbarer Ton am Saxophon, voller Poesie und Geschichten ist schon einzigartig. Ihre Kompositionen sind nicht einfach nur Melodien, denn sie haben Inhalt, Sinn und erzählen uns aus ihrem Leben so wie ihrem Lebensdasein. Auch Politisch werden Themen angesprochen oder gespielt. Das Thema Flüchtlinge als Flüchtlinge, die getrieben von ihrem Lebenswillen, auf sich nehmen mit oder ohne Familie ihre Heimat zu verlassen, transportiert sie durch ihre Musik und berührt unsere Seelen.

Auch die Ereignisse in der Silvesternacht finden in einem Gedicht und der Komposition ihren Ausdruck. Fest steht, der Artikel 1 unseres Grundgesetzes ist unverrückbar „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“ und das muss auch so sein.         
 
Hier ein Auszug aus einem Gedicht bevor die Instrumente sprechen:
 
"Du und das Meer
wie oft habe ich das schon gesehen
kleiner Mensch am Horizont
wer kommt da zu wem?
Wer kann sagen
wie viele Wellen
schlagen noch an Dein dünnes Kleid?
ich weiß nur
gemeinsam sind wir Ozean und Wind"
 

Wer kann sich als Zuhörer dem noch entziehen und wenn das musikalische Transportieren durch die Musiker eine Einheit wird, erleben wir einen Abend der Seele und Geist zusammenführte.
 

Vielen Dank für dieses herrliche Konzert und ohne vehement geforderte Zugabe von den Zuhörern durfte „Patchwork“ die Bühne nicht verlassen.
 

 

Text & Fotos: Kurt Rade

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„QUATTRO VENTI“ das Saxophonquartett aus Dortmund im Jazzclub Witten im Casa Cuba

 
Kerstin Fabry– Altsaxophon
Wim Wollner – Sopransaxophon
Peter Brand – Tenorsaxophon
Wolfgang Beckschäfer – Baritonsaxophon
 

Der JazzClub in Witten ist ein kleiner aber feiner Verein in dem es einmal im Monat wirklich guten Live-Jazz zu hören gibt.
 

Leider reichen die finanziellen Mittel nicht aus, um wöchentlich ein Konzert auf die Beine zu stellen. Was aber ausschlaggebend ist, ist das professionelle Jazzer oder Newcomer sich hier profilieren und ihre Spielfreude austoben können. Jedenfalls sind die Konzerte ungewöhnlich gut besucht und kurz nach Beginn eines Konzertes gibt es nicht mal mehr einen Stehplatz. Die Stimmung ist hervorragend wovon die Musiker natürlich profitieren.  
 

„Quattro Venti“ gründetet sich in diesem Jahr und zwar im Geburtsjahr von Adolphe Sax, was vor 200 Jahren geschah.
 

Ein Saxophon-Quartett ist natürlich außergewöhnlich und alle Mitspieler müssen schon eine Klasse für sich sein um es nach drei Stücken nicht langweilig werden zu lassen.
 

Das Quartett begann mit beachtlicher Spiellaune und mit traditionellen Stücken. Man hörte sofort, dass hier ein super eingespieltes Team sein Können zum Besten gab. Mit einer anschließenden Ballade die sehr einfühlsam gespielt wurde und einem herrlichen Solo von Wim Wollner, war das Publikum schon mehr als begeistert.
 

Das nachfolgende Repertoire, von Tangos, klassischem von Satie, modernem Jazz bis zu Kompositionen der Jazzlegende aus Dortmund Glen Buschmann wurde wirklich ein bunter Mix des Jazz geboten.
 

Alle Musiker sind nicht nur ausgezeichnete Mitspieler, sondern auch hervorragende Solisten. Mit abwechselnden Soli, die mit großer Dynamik und Sensibilität gespielt wurden, erlebten wir ein lebendiges und überzeugendes Konzert.
 

Ich hoffe, dass es viele Veranstalter gibt die den Mut haben diese Band zu engagieren, denn ihre Zeitreise durch den Jazz ist ein Genuss.
 

Nach zwei Zugaben war leider das Konzert zu Ende und ein Sonntag-Abend mit Musik erfüllt.
 

 

Text & Foto: Kurt Rade

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Johannes Maas mit seinem Abschlusskonzert im LOFT in Köln
 

Rhythmus:
Richard Brenner - Piano
Conrad Noll - Kontrabass
Philipp Klahn - Schlagzeug
 

Bläser:
David Heiß - Trompete
Julian Bossert - Altsaxophon
Lennart Allkemper - Tenorsaxophon
Moritz Wesp - Posaune
 

Streicher:
Zuzana Leharova - Violine
Julia Brüssel - Violine
Paul Bremen - Bratsche
Veit Steinmann - Cello
 

Komposition & Arrangement: Johannes Maas
 

Nach der Photokina ging es geradewegs ins Loft, denn in Köln waren wir ja schon. Johannes Maas, gebürtiger Wittener hatte das Loft ausgesucht um seine Master-Arbeit zu präsentieren.
 
Die Musiker die Johannes ausgesucht hatte, gehören schon zu den jungen „Besten“ in Köln und man kann schon sagen, dass dieses Konzert ausgezeichnet war. Die Kompositionen waren vielfältig und bunt. Viele hatten schöne Melodien was nicht so häufig ist und waren rhythmisch raffiniert durchdacht. Ob mit Tempi oder als Ballade, es war lebendig und mitreißend. Natürlich ist es auch mutig, Streicher in eine kleine BigBand einzubauen, ohne dass es Kitschig wird, diese Klippe aber hat Johannes Maas gekonnt umschifft.
 

Eines der ersten Stücke, „Dip Only“ mit einem Thema das wechselnd von Streichern und Bläsern gespielt wurde, ruhig begann und in bewegten Drive überging, floss ein in ein herrliches Pianosolo das von Richard Brenner mit breiten Akkorden und feiner Melodik umgesetzt wurde. Der Standard, Thema-Solo-Thema war durch die Vielschichtigkeit der Komposition durchbrochen und man hatte eher das Gefühl das Johannes Maas  uns eine Geschichte erzählt hat.
 

Als nächstes „Freund oder Feind“, vom Rhythmus her ein Walzer mit einem romantischen Thema das einen gleich in die Welt Irlands versetzte. Moritz Wesp an der Posaune zauberte herrliche Melodiebögen und die Frage nach Freund oder Feind löste sich schnell auf. Eine Lebensbejahende Komposition an der alle Musiker und Zuhörer ihre Freude hatten.
 

Das Stück nach der Pause, dessen Name mir entfiel, erinnerte an einen D-Zug der durch das Loft sauste. Man konnte kaum still sitzen, so beweglich und fließend war das Thema. Julian Bossert am Altsaxophon ließ sich von der gesamten BigBand treiben und riss alle Musiker und Zuhörer mit. Für mich das beste Stück und nachfolgendem Standing Ovation der Zuhörer.
 

Alle nachfolgenden Kompositionen zeichneten sich durch starke Dynamik und einer treibenden Bewegung aus. Man hörte natürlich klar heraus, dass die Streicher schon viel Erfahrung mit dem Jazz haben und hier eine herausragende Stellung einnahmen.
 

Man kann nur hoffen, dass Johannes Maas auch in der Zukunft sein Herz für Kompositionen was BigBands angeht öffnet, denn die Zuhörer waren alle mehr als begeistert.
 

 

Text & Foto Kurt Rade

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KLASSIK & JAZZ im Emil-Schuhmacher-Museum in Hagen

BBS TRIO
 
Sven Bergmann – Piano
Uli Bär – Bass
Martin Siehoff - Drums

Seit einiger Zeit, gibt es tolle Jazzkonzerte in Hagen im Emil-Schuhmacher-Museum und Uli Bär ist einer der Initiatoren dieser Jazzreihe. Uli Bär war schon immer ein umtriebiger Mensch, dem das Ruhrgebiet schon viele prägende kulturelle Veranstaltungen zu verdanken hat. Vor einiger Zeit gründete er mit seinen Musikern das BBS-Jazz-Trio, mit Sven Bergmann und Martin Siehoff. Natürlich darf in dieser Jazzreihe dieses Trio nicht fehlen.
 
Verschrieben haben sie sich dem Hardbop und hier gingen sie mit ganzem Herzen zur Sache.
 
Sven Bergmann, von dem die meisten Kompositionen waren, erfreute durch Spielwitz und seinen großflächigen Akkorden. Seine Ernsthaftigkeit spiegelt seine Hingabe zum Jazz und seine herrlichen Melodien die seine Kompositionen tragen. Immer wenn eine Komposition den Traum wahr werden ließ und die Realität verschwand wurde es zeitlos.
 
Uli Bär, verliebte sich in den Kontrabass und seine Leidenschaft machte ihn zu einem gefragten Bassisten. Nicht umsonst ist das Hellweg-Festival ohne ihn nicht mehr wegzudenken. Uli Bär singt auf seinem Bass, nimmt Schwingungen auf und legt einen breiten Teppich von tragenden Akkorden auf dem sich seine Mitspieler austoben können.
 
Martin Siehoff ist ein sehr sensibler Schlagzeuger, er bekommt jede Veränderung seiner Mitspieler mit und reagiert sofort. Wer ein lebendiges Zusammenspiel von Musikern lebt, kann an Martin Siehoff als Drummer nicht vorbei kommen So kann man sagen wächst zusammen was zusammen gehört.
 
Eine gelungene Jazzreihe hatte wieder einen mehr als hörbaren Höhepunkt und dieser Abend war für die vielen Zuhörer ein Genuss.
 
Uli Bär wird ja noch in nachfolgenden Konzerten zu hören sein und durch ihn der Jazz ein breiteres Publikum findet.    
 
Vielen Dank an das Team des Museums und mit viel Freude in Erwartung auf die nächsten Konzerte.
 
 
Text & Foto: Kurt Rade

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Freya Deiting & Jan Bierther Trio in Essen Im Kreuzer

Freya Deiting – Violine
Jan Bierther – Gitarren
Jörg Siebenhaar – Akkordeon
Eric Richards – Bass

Die Sommerferien neigten sich dem Ende zu und eines der ersten Jazzkonzerte fand im Kreuzer in Essen statt.  

Der umtriebige Musiker Jan Bierther ist ein Juwel der NRW-Jazzszene, ein hervorragender Gitarrist   und aus der Szene nicht mehr wegzudenken. Mit seinen vielen Projekten bietet er nicht nur renommierten Musikern eine Bühne, auch Nachwuchsmusiker haben immer eine Plattform um sich profilieren zu können.

Bei diesem Konzert, bietet er natürlich hervorragende Musiker auf, denn Freya Deiting gehört zu den besten Violinisten in der Jazzszene, Jörg Siebenhaar ein erfahrener Akkordeonist und Eric Richards, der in vielen Bands zu Hause ist.    

Heute haben sie sich dem Gipsy Swing und der Interpretation von Evergreens verschrieben. Unglaublich frisch und mit einer tollen Spiellaune im Rücken wurden die Zuhörer schnell eingefangen und quittierten dieses auch mit tosendem Applaus.  

Die Interpretationen von Kompositionen der Beatles waren herrlich und die Solis von Freya Deiting und Jörg Siebenhaar ein Genuss.

Jan Bierther ist wirklich ein guter Arrangeur und hauchte den Kompositionen frische Hörbarkeit ein und Eric Richards ist als Bassist eine Klasse für sich.

Erst nach mehreren Zugaben ließen die Zuhörer die Musiker das Konzert beenden.   


Text & Foto: Kurt Rade

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Konzert im Jazz-Café im Treff in Witten:

Imke Johanne Spöring mit dem „Duo Borboletas“ und dem Gastmusiker Alex Morsey

Imke Johanne Spöring – Gesang
Pascal Schweren – Piano
Alex Morsey – Bass

Diese von Johannes Maas und der Wittener Werk-Stadt ins Leben gerufene Jazzreihe geht nun in die zweite Runde des Jahres 2016. Man kann dieser Reihe bestätigen dass sie sehr erfolgreich ist und die hier spielenden Musiker von enormer Qualität sind.

Ich würde mir aber sehr wünschen, wenn die Wittener Bürger diesem kleinen Juwel mehr Aufmerksamkeit schenken würden.

Das Duo Borboletas lebt von tiefgründigen Texten, seiner hauptsächlich spanischen Sprache und wunderbaren Kompositionen die aus eigener Feder oder anderen Komponisten stammen.

Imke spürt man in ihrer Darstellung die tiefe Beziehung zu den Menschen in der Welt an. Ihre Reisen in ferne Länder wie Australien, Indien oder Ländern Süd-Amerikas haben sie geprägt, was natürlich in der Interpretation ihrer Kompositionen unüberhörbar ist.
Schon die Vorstellung ihrer Mit-Musiker sticht heraus, denn sie erwähnt nicht nur ihre Namen sondern erzählt von ihnen und man weiß dann warum sie diese ausgesucht hat.
Pascal Schweren und Alex Morsey sind natürlich auch Musiker die in der Jazzszene nicht mehr wegzudenken sind.
Ihre neue CD „Nachtpoesie“ konnte Imke leider nicht mitbringen, da die Produktionsfirma diese nicht zeitig liefern konnte.  
Das Konzert war aber mehr als eine Entschädigung, denn schon nach dem zweiten Stück, eine von Imkes Kompositionen machte sich eine wunderbare Stimmung breit. Es war eine getragene Musik mit sehr gefühlvollen und wunderbaren Melodien.
Imkes Stimme ist klar und fängt ein. Sie singt sehr nuanciert und weiß genau den Punkt in der Ausdrucksstärke zu setzten damit ihre Musik und der Text verstanden werden und zu den Menschen durchdringt.

Pascal Schweren ist selber ein viel reisender Musiker. Ihn prägte Island sehr und er interpretierte eine Komposition „Rundspiel“ eines isländischen Jazzmusikers. Tanzender Rhythmus, ein Bass der klopfend und durchdringend Imke zu improvisierenden Texten und Lauten verleitete und somit die Welt Islands fühlen ließ.
Wer Alex Morsey als Bassist in der Gruppe hat, kann sich glücklich schätzen. Seine Virtuosität und Vielfalt ist unglaublich und auch an diesem Abend setzte er durch gestrichene Soli und seinem Einfühlungsvermögen Maßstäbe.  

Ein Gedicht von Imke „Morgendämmerung“ sprechend vorgetragen untermalte Alex mit streichenden Klängen und gab den Worten Eindringlichkeit. Imkes gesangliche nachfolgende Interpretation war so einfühlend, das die morgendliche schwere der Seele zum Greifen war.
Eine nachfolgende Komposition von Imke im Duo mit Alex einfach nur mitreißend. Und der Rest des Abends wurde Südamerikanischen Klängen und Rhythmen gewidmet.
Eines der besten Konzerte im Jazz-Café und „Nachtpoesie“ wurde hier transportiert. Ich hoffe dass dieses Trio oder Duo vielen Menschen einen tollen Jazzabend erleben lässt, denn diese Musik begeistert.

Das Publikum war es und einen großen Dank an Johannes Maas, der ein ausgesprochen gutes Händchen für die Auswahl seiner Bands hat.


Text & Fotos: Kurt Rade

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„Beam“ in Gelsenkirchen auf Consol für „GE-Jazzt“

Filippa Gojo – Vocals
John-Dennis Renken – Trompete
Katrin Scherer - Alto Sax & Klarinette
Stephan Mattner – Tenor-Sax. & Flöte
Wolf Schenk - Bass Trombone
Roman Babik – Keyboard
Andreas Wahl – Gitarre
Sebastian Räther – E-Bass & Kontrabass
Nils Tegen - Drums

Bei gutem Wetter ging es ab nach Gelsenkirchen auf Consol um Stephan Mettners Beam zu hören. Für eine BigBand zu klein und für eine Band zu groß. Die Stimmung der Musiker war gut und der Konzertraum füllte sich stetig.
Gleich das erste Stück, eine Mischung aus Rock-Jazz-Groove und frei in seiner Ausführung ging richtig ab. Hier haben sich Musiker gefunden, die alle als Einzelkünstler herausragend sind und sich bei Beam zu einer Einheit zusammengefunden haben. Stephan Mattner hat jedenfalls diese Truppe zu einer Genialität geformt.
Sie tollen Solis und die „Form-Wandlerische-Stimme“ von Filippa Gojo, flogen den Zuhörern nur so um die Ohren. Stakkato-Bläsersätze, mitreißende Rhythmik und wunderbare Kompositionen begeisterten wirklich alle, denn die Zuhörer waren sofort von der Musik mitgerissen.
Auch die Kompositionen die zum Träumen einluden, glitten nie in eine Gefühls-Sauce ab, sondern behielten auch hier ihre raue Schönheit.
Man weiß gar nicht wen man besonders hervorheben soll, denn heute waren alle sehr gut. Vielleicht doch Katrin Scherer. Sie hatte ihr neues Saxophon, mit dem sie unglaubliche Läufe hinlegte und von der Rhythmusgruppe zu musikalischen Höhepunkten getrieben wurde. Nils Tegen und Sebastian Räther trieben die Musiker ohne Gnade vor sich her, was bei Roman Babik zu fetzenden und explodierenden Pianosolos führte. Andreas Wahl zerreißt mit klirrenden Akkorden die Schnur, um sie am Ende wieder zusammenzufügen. Dies nehmen Filippa Gojo, Stephan Mattner, John-Dennis Renken und Wolf Schenk gerne an, um sich selbst zu musikalischen Höhen treiben zu lassen.
Viel zu schnell wie beim Beamen ging die Zeit vorbei, aber wir erlebten einen tollen Jazz Abend mit einer vorzüglich aufgelegten Truppe Beam. Eine massiv geforderte Zugabe, schloss den Abend ab.


Text & Fotos: Kurt Rade

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„WDR 3 Campus-Jazz“ im CASA am Grillo in Essen

Seit nun schon einigen Jahren, veranstalten die Musikschulen in Essen und in Köln den „WDR 3 Campus-Jazz“ Die neue Spielstätte befindet sich nun am Grillo-Theater in dem nahe liegenden CASA. Peter Herborn, der Leiter der Essener Folkwang-Schule, kündigte 2 Gruppen an, die diesmal beide aus Essen kommen.

Als erstes spielte die Gruppe  - Joy in spite of everything #1 -
 
Matthias Schwengler - Trompete, Flügelhorn
Friedrich Dinter – Gitarre
Igor Zavatcki – Piano
Andreas Pientka – Kontrabass
Malte Weber – Schlagzeug
 
„Alobar E Cudra“ hieß das erste Stück und war eine Komposition von Stefano Bollani. Das wir es hier mit Modern Jazz zu tun hatten war schnell klar. Die Gruppe spielte Souverän und Homogen. Der Trompeter Matthias Schwengler stach natürlich heraus. Sein schon satter Ton und auf dem Flügelhorn warmer Klang überzeugte gleich. Igor Zavatcki legte mit seinen Akkorden und einfühlsamen Solis eine wunderbare Stimmung über die Kompositionen. Friedrich Dinter´s Gitarrenklang war sehr klar und seine Läufe waren fließend. Durch seine gute Technik konnte er den Tönen seinen Klang geben. Andreas Pientka und Malte Weber als Rhythmusgruppe spielten souverän und trugen die Gruppe so sicher, dass es für die Solisten ein leichtes war sich auf ihren Part zu konzentrieren. Eine Gruppe die man immer wieder hören möchte.
 
Den zweiten Teil des Abends gestaltete die Gruppe „Carving Tales“
 
Christina Schamei - Vocals
Adrian Czarnecki - Guitar
Benedikt ter Braak - Synth
Andreas Pientka - Bass
Karl F. Degenhardt – Drums
 
Hier gibt die Jugend den Ton an und die Texte der Kompositionen handeln von Liebe und ihren positiven wie negativen Folgen. Christina Schamei singt und erzählt und ihre klare aber kräftige Stimme ist wunderbar anzuhören. Bei dieser Gruppe geht es darum eine Klangwelt zu erschaffen, die sehr Groovig, mit Rock und Jazz gemischte Stimmung erzeugte. Alle Musiker sind wirklich sehr gut wobei Adrian Czanecki an der Gitarre und Karl F. Degenhardt hervorstachen. Die Gitarre biss sich hervor, spielte scharf und trieb die ganze Gruppe mit seinen Solos nach vorne. Degenhardt, der schon in einigen anderen Besetzungen sehr positiv aufgefallen war, ist durch sein variationsreiches Spiel und sein druckvolles Pressing herrlich anzuhören. Benedikt ter Braak erzeugt mit seinem Synthesizer beißende bis träumende Klänge. Er erzeugt damit die Stimmung die von den Texten vorgegeben wird. Nicht zu viel und nicht zu wenig um alles nicht zu überfrachten, macht er hervorragend. Andreas Pientka der schon im ersten Set spielte, kann hier seine Flexibilität ausleben und hier wie im Modern  Jazz seine Spielkunst beweisen.
 
Hier wurden zwei Bands präsentiert, die toll ihr Potenzial auslebten und für die Zukunft eine große Bereicherung für den Jazz sind.
 
  
Text & Fotos: Kurt Rade

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Die Konzerterlebnisberichte und Fotos von:  Kurt Rade

Filippa Gojo & Sven Decker “daheim“ (Oder die andere Volksmusik)
CD- Releasekonzert im „Stadtgarten“ in Köln
Filippa Gojo – Gesang – Shrutibox – Kalimba – Sansula
Sven Decker – Klarinette – Bassklarinette – Melodica – Glockenspiel
Sven und Filippa sind mir mehr als bekannt, denn ihre Laufbahn als Musiker haben beide konsequent vollzogen und schon Spektakuläres auf die Beine gestellt. Neue, eigene Wege zu gehen ist für sie selbstverständlich. Heute nun stellen sie im Stadtgarten in Köln ihre neue Einspielung vor. „daheim“ ist wohl ein ungewöhnlicher Name. Noch vor 20 Jahren hätte man darüber den Kopf geschüttelt, aber zum Glück ändern sich Zeiten und Wahrnehmungen.     
Schon nach den ersten Klängen und „Train Journey“ spürt man eine Befreiung des „daheim“. Die nachfolgenden Kompositionen und ihre Interpretationen lassen den Begriff „Volksmusik“ in ein anderes Licht erscheinen. Beide erfinden nach meiner Meinung diese Musik neu. Mit Stücken wie „Zirbenwald“ „Herbst“ „Grad Celsius“ oder „Summer Song“ wir einer neuer Bezug zu daheim-matlichen Begriffen hergestellt.
Sich immer Gefühlvoll annähern und sich in das Thema fallen lassen, kommunizieren beide auf hohem Niveau. Sie erzählen, geben Geräusche weiter und bauen uns eine Welt, die mal voller Traurigkeit, Humor, geistiger Schönheit, Radikalität und Gradlinigkeit ist.
Der Ausdruck spiegelt sich in ihren Gesichtern „Intensität“
Wie Fassentenreich Filippa ihre Stimme klingen lässt ist ein Genuss und Sven, dem wohl die Klarinette in die Wiege gelegt wurde strotzt voller Spielwitz. Es passiert manchmal dass sich Musiker treffen und dann passiert was Außergewöhnliches. Hier trifft es mehr als zu.
Der Saal war ausverkauft und es waren nur noch Stehplätze frei. Ein begeistertes Publikum ließ beide natürlich nicht ohne Zugabe gehen.
Ein Konzert das für mich Richtungsweisend war und in Erinnerung bleibt.
Text & Fotos: Kurt Rade
http://www.filippagojo.de/          http://www.sven-decker.de/
 
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