Steff Aperdannier - virgin-jazz-face

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Leverkusener Jazztage - Das Musikfestival im Rheinland öffnet seine Pforten zur 42. Edition
 
Regener Pappik Busch, Kenny Garret, Myles Sanko, Web Web x Max Herre, Konstantin Wecker,   Avishai Cohen, Wollny-Parisien-Lefebvre-Lillinger, NilsWülker, Wolfgang Haffner´s Dreamband, Milow, Jazzrausch Bigband, Lars Danielsson Liberetto, Tingvall Trio, Max Mutzke & Marialy Pacheco, Ola Onabulé, Quadro Nuevo, Joey Alexander Trio, Roachford, Silje Nergaard, Köster & Hocker, Emil Brandqvist Trio, Rebekka Bakken, Crazy Freilach und viele mehr…
 
Die Marke „Leverkusener Jazztage“ festigt sich Jahr für Jahr und das Festival hat sich zum „Musikereignis“ für ein breites Publikum im Rheinland und Umgebung entwickelt.
 
Zum 42. Mal finden in diesem Jahr die Leverkusener Jazztage statt. Das international besetzte Festival genießt unter Fans, Musikern und Kritikern ein außerordentliches Renommee. Mit mehr als 100internationalen und nationalen Musikern und über 25.000 Besuchern jährlich ist es einer der Höhepunkte im nationalen und internationalen Festival-Kalender. Die bekannten Spielorte sind das Forum, das Erholungshaus, der Scala Club und der Sensenhammer. Auch die Förderung des musikalischen Nachwuchses wird im Zuge des „future sounds“ Wettbewerbs weiterhin groß geschrieben. Mit Hilfe der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West,geht’s es für den Wettbewerb in diesem Jahr in die vierzehnte Runde. Der Wettbewerb istein Meilenstein in der Nachwuchsförderung.
 
Die Leverkusener Jazztage sind eines der Aushängeschilder der Stadt Leverkusen und ein kulturelles Highlight, das in der ganzen Welt bekannt ist. Das musikalische Programm ist breit gefächert und lebt von seinen Gegensätzen. Vom Solokünstler bis zur Big Band, vom Jazz bis zum Pop, Rock, Funk und Soul sind alle Formationen und Genres vertreten.
 
Eröffnet werden die 42. Leverkusener Jazztage von der kubanischen Pianistin und Komponistin Marialy Pacheco und dem deutschen Sänger und Songwriter Max Mutzke am 04.11.2021 im Bayer Erholungshaus. Wenn Sie zusammentreffen, dann begegnen sich Kompetenz und Musikalität zu einem außergewöhnlichen Rendezvous. Der Titel des Programms bringt das Konzept auf den Punkt: „DUET“. So einfach es klingt, so konkret und nachvollziehbar ist das, was auf der Bühne geschieht: Eine öffentliche und zugleich überaus intime Unterhaltung zweier Menschen. Da wird erzählt, gefragt, geantwortet, widersprochen, ironisiert, geflirtet, da werden Gedanken aufgenommen, weitergeführt oder in eine andere Richtung gelenkt, da wechseln stille Momente mit engagierten Auseinandersetzungen. So wird das Verbindende, Gemeinsame zwischen ihnen ebenso hörbar wie die Unterschiedlichkeit ihrer Charaktere. Das eine macht das andere erst wertvoll.

Alte Bekannte sind am 05.11.2021 im Bayer Erholungshaus anzutreffen, die Rede ist vom Tingvall Trio.
Sie sind gern gesehene Gäste unseres Festivals und brennen dafür wieder spielen zu dürfen. Martin Tingvall, Omar Rodriguez Calvo, Jürgen Spiegel: ein Schwede, ein Kubaner und ein Deutscher. Drei Männer, die Hamburg zu ihrem Zuhause gemacht haben. Ein Pianist, ein Bassspieler, ein Schlagzeuger. Gemeinsam schaffen sie einen unverwechselbaren Sound. Ein Sound und Songs, die auch Menschen ansprechen, die normalerweise keinen Jazz hören. Das ist das Tingvall Trio.

Dieses Jahr am 06.11.2021 darf dann Milow hoffentlich vor richtigem Publikum spielen, statt nur in einem leeren Saal voller Kameras. Denn bei allem internationalen Erfolg, den der sympathische Gitarrist und Sänger mit seinen bisher sechs veröffentlichten Studioalben, zahllosen Auszeichnungen, ausverkauften Tourneen und rund 200 Millionen globalen Streams auch hat, war und ist ihm der unmittelbare Kontakt zu seinem Publikum heilig. Jedes seiner neuen Lieder unterzieht Milow dem intensiven Live-Dialog mit seinen Fans, bevor er sich entscheidet, den Song zu veröffentlichen – so ist stets sichergestellt, dass die Kommunikation mit seinem Publikum auch in aufgenommener Version nicht abreißt.
 
Frauen-Power wird am 07.11.2021 geboten, wenn Rebekka Bakken und Still in the Woods die Bühne des Bayer Erholungshaus betreten. Rebekka Bakken nennt man auch die Phänomenale Stimme Norwegens. Viele ihrer Kompositionen tragen die eigene Biografie in sich, und zusammen mit ihren Ansagen entsteht so ein Bild einer hoch emotionalen Frau, die in der Lage ist, all die Facetten ihrer Seele in höchster Gesangskunst ins Publikum zu verströmen. Von den Medien wird sie als Star-Pianistin gefeiert. Still in the Woods, scheinen alles aufzusaugen, was ihnen zu Ohren kommt, und sich daraus ein musikalisches Zuhause einzurichten. Sie vereinen in ihrer Musik modernen Neo-Soul mit Indietronica. Fette Grooves treffen auf souligen Gesang und komplexe Sound Welten.
 
Wollny - Parisien - Lefebvre – Lillinger stellten sich einer Herausforderung: Aus 4 Nächten des Musikschaffens ein denkbares Album zu produzieren, das den Rausch und die Euphorie dieser vier Berliner Nächte in ein geschlossenes Ganzes bringt. Dieses Ganze hören wir am 08.11.2021. Sie machen Jazz wieder Sexy und füllen selber dabei ganze Bühnen. Die Rede ist von der 35 Musiker*innen starken Großformation Jazzrausch Bigband. Ausgehend von dieser einzigartigen Kooperation definieren Sie zusammen mit ihrem Komponisten Leonhard Kuhn das völlig neue Genre „Techno-Jazz“.

Der 09.11.2021 gehört der Band Regener – Pappik – Busch. Sven Regener? Das ist doch der Sänger von Element Of Crime! Und Richard Pappik? Klar, der trommelt bei Element Of Crime. Hat nicht auch Ekki Busch immer mal wieder bei der Band Akkordeon gespielt? Richtig. Gemeinsam haben die drei Vollblutmusiker jetzt ein Jazz-Album aufgenommen. In Zeiten der Pandemie ein Album aufzunehmen ist gar nicht so einfach gewesen. Doch ergriff Lars Danielsson 2020 die Chance als sich ein Zeitfenster im Lockdown Europas öffnete und beendete was er 2019 begonnen hatte.

Am 10.11.2021 gehört die Bühne dem international gefeierten Bassisten, Sänger und Komponisten Avishai Cohen. Nach der weltweiten Covid-19 Pandemie freut er sich nun endlich wieder vor Publikum zu stehen. Er habe die Bühne, die Fans und das Touren vermisst. Umso mehr freut er sich wieder da zu sein, denn Musik heilt. Dieser junge Mann hat alle seine Zuhörer von sich überzeugt, er spielte im Lincoln Center, bei den Grammys zur Hauptsendezeit, spielte im Weißen Haus für die Obamas und gab sein triumphales Debüt in der Carnegie Hall. Die Rede ist vom 18 jährigen Joey Alexander.

Ein gern gesehener Gast ist auch Myles Sanko, der am 11.11.2021 im Erholungshaus zu sehen ist.
Überzeugen kann er nicht nur mit seinen herausragenden Bühnenauftritten sondern auch mit seinem neuen Album. Es ist sein bisher persönlichstes Album, „Memories of Love“ weißt ein Gleichgewicht aus Geist und Sound auf. Was man auch hört, da es mit derselben Band aufgenommen wurde, mit der er seit 8 Jahren tourt.
Ola Onabulé war schon immer daran interessiert, kulturelle und musikalische Grenzen zu überschreiten. Was man auch auf seinem neuen Album „Point Less“ hört, es sind Grenzen, die mit einer kraftvollen und wissenden Großzügigkeit des Geistes wiedergegeben werden. Onabulé ist reumütig und doch optimistisch.

Eigentlich sollte Max Herre auf der großen Bühne im Forum stehen, doch jetzt kommt er am 12.11.2021 mit seiner Band Web Web x Max Herre ins Erholungshaus. Der spezielle Spiritual Jazz-Ansatz besteht von WEB WEB auf einer gemeinsamen Eingebung und einigen ersten Sessions von Herre und di Gioia zur Mitte des letzten Jahrzehnts –  die beiden arbeiten seit über einem Jahrzehnt erfolgreich zusammen. Sie spielen also seit Gründung das erste live in Urbesetzung.

Der folgende Abend, der13.11.2021 gehört dem preisgekröntem Trompeter und Komponist Nils Wülker. Er wird uns an diesem Abend, sein neues Album „Go“ präsentieren. „GO“, zeigt die bisher extremste Seite des vielfach preisgekrönten Musikers – eingespielt mit Mitgliedern seiner beliebten Liveband. Klar, dass mit dem bewährten, druckvollen Bandsound auch die Liveumsetzung dieses Albums seine ganz besondere Magie entfalten wird, wovon man sich zum Jahresende ausgiebig überzeugen werden kann. Kenny Garretts neues Album ist modern und kosmopolitisch, welches Jazz-Genre einbezieht ihnen auch trotzt. Es sind Klänge aus Erinnerungen aus Kindertagen und die den Geist heben.

Es war der Traum von Wolfgang Haffner mit dieser Kombination aus fünf Musikern eine Band zu formen. Diese Dreamband besteht aus Randy Brecker, Nils Landgren, Bill Evans, Simon Oslender, Christopher Dell.
Obwohl er nicht gerne der Frontmann ist, zieht er lieber am 14.11.2021 gerne als Taktgeber die Fäden. Trímar sind das preisgekrönte Trio, die 4 Monate nach Gründung den Future Sounds Wettbewerb gewannen. Energie geladene Mischungen aus kubanischer Tradition mit der Moderne, Klassik, Jazz, Fusion und Afro in seinen Kompositionen zeichnen Sie aus.

Liedermacher Konstatin Wecker hat einen Wunsch. „Poesie und Musik können vielleicht die Welt nicht verändern, aber sie können denen Mut machen, die sie verändern wollen.“ Zusammen mit seinem Bühnenpartner Jo Barnikel, erleben Sie am 15.11.2021 einen Abend voller kraftvollen Tastenklängen und feinfühliger Poesie – und immer auch nach der Suche des Wunderbaren.

Ein wahres Highlightwird der Abend des17.11.2021. Quadro Nuevo besuchen das Bayer Erholungshaus und bringen uns MARE näher. MARE ist Musik gewordenes Wellenrauschen. MARE ist südliche Meeresbrise, die seit jeher die Phantasie des Mitteleuropäers beflügelt. MARE erglänzt in allen betörenden Klangfarben eines unbekannten Paradieses und duftet nach Dolce Vita, reifen Zitronen und gelben Bikinis.
Die Anregungen und Inspirationen hierzu holte sich Quadro Nuevo auf ausgedehnten Reisen. Musikalische Juwelen aufgelesen auf den Plätzen und an den Gestaden des Südens. Die mediterrane Leichtigkeit des Seins war zweifellos immer schon prägend für die Instrumental-Kunst von Quadro Nuevo: italienische Tangos, französische Valse, ägäische Mythen-Melodien, waghalsige Fahrtenlieder entlang einer sonnenbeschienen Küstenstraße, orientalische Grooves, Brazilian Flavour und neapolitanische Gassenhauer. Sie alle dienen als vergnügliche Barke für lustvoll improvisierte Abenteuerfahrten.

Wenn jemand einen großen Namen hat, dann ist es Lisa Simone. Am 18.11.2021, betritt die Tochter der größten Jazz-und Bluessängerin der Welt, die Bühne des Erholungshauses. Sie wuchs unter schwierigen Bedingungen auf und erst spät traute Sie sich aus dem Schatten der Mutter zu treten und mit dem Singen anzufangen. Sie macht Musik die die Seele heilt.

Not Maschine ist Maschinenmusik, die alles andere als eine Maschine ist. Ein analoges Trio, das seine akustische Energie in ein tanzbares elektronisches Live-Erlebnis verwandelt. Am gleichen Tag, am 19.11.2021, sehen wir auch Tilar im Erholungshaus. Die siebenköpfige Band, ist die frische neue Stimme der Funk und Dance Szene und Sie möchten das Publikum in ihr glitzerndes Paralleluniversum entführen.

Zweifelsohne gibt es keinen deutschen Musiker der solch eine Nähe zu Bob Dylan hat, wie Wolfgang Niedecken. Der deutschsprachige Rockmusiker, setzt sich schon Jahrzehnten immer wieder mit den Werken Dylan´s auseinander. AmAbenden des 20.11.2021 wird Wolfgang Niedecken von seinem langjährigen Freund, dem Pianisten, Arrangeur und Big Band Dirigenten Mike Herting begleitet. Niedecken und Herting präsentieren ein kurzweiliges Storyteller-Programm, bei dem Dylan Fans auf ihre Kosten kommen werden.

Den Abschluss am 21.11.2021 im Bayer Erholungshaus bildet Arthur Horváth. Wir haben ihn nun endlich für ein abendfüllendes Konzert mit seiner großartigen Band um seinen Pianisten und Bandleader Roland M. Dill, Sängerin Luisa Skrabic, Gitarrist Mathias Kurth, Geiger Mirco Wessoly und dem Cellisten Paul Rittel gewinnen können. Außerdem wird es eine vielstimmige große Überraschung geben. Arthur Horváths erster Auftritt auf der Hauptbühne der 37. Leverkusener Jazztage 2016 beim Konzert mit Gregor Meyle sorgte für langanhaltende Gänsehautmomente, einen leergekauften CD-Stand und machte große Lust auf mehr.
 
Weitere Informationen finden Sie unter: www.leverkusener-jazztage.de – Hotline: 02171 767959
 
Alle Termine der 42. Leverkusener Jazztage 2021auf einen Blick:
 
@ Erholungshaus:
 
04.11.21           Max Mutzke  & Marialy Pacheco
 
05.11.21           Tingvall Trio
 
06.11.21           Milow
 
07.11.21           Rebekka Bakken, Still in the Woods
 
08.11.21           Wollny-Parisien-Lefebvre-Lillinger, Jazzrausch Bigband
 
09.11.21           Regener Pappik Busch, Lars Danielsson
 
10.11.21           Avishai Cohen, Joey Alexander Trio
 
11.11.21           Myles Sanko, Ola Onabulé
 
12.11.21           Web Web x Max Herre
 
13.11.21           Kenny Garrett, Nils Wülker
 
14.11.21           Wolfgang Haffner´s Dreamband, trímar
 
15.11.21           Konstantin Wecker
 
17.11.21           Quadro Nuevo
 
18.11.21           Lisa Simone
 
19.11.21           Not Machine, Tilar
 
20.11.21           Wolfgang Niedecken
 
21.11.21           Arthur Horváth
 
@ Scala Club Leverkusen:
 
05.11.21           Silje Nergaard
 
06.11.21           Purple Schulz
 
07.11.21           Köster  & Hocker
 
10.11.21           Andreas Kümmert
 
12.11.21           Emil Brandqvist Trio
 
13.11.21           Randy Hansen
 
14.11.21           Crazy Freilach
 
17.11.21           Einfach! Singen!
 
 
18.11.21           Roachford
 
24.11.21           Stoppok
 
30.11.21           Carl Carlton & the Songdogs


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Drumnight auf den Leverkusener Jazztagen 2019
 
Während in den umliegenden Großstädten der Anfang der neuen Session gefeiert wurde, feierte man in LEVERKUSEN das Schlagzeug und deren Protagonisten. Das waren in diesem Fall Bill Evans & Spy Killers, Simon Phillips Protocol und Billy Cobham's Culture Mix. Vorab - alle an diesem Abend auf der Bühne stehenden Musiker waren gute  bzw. sehr gute Beherrscher ihrer jeweiligen Instrumente. Während bei den Spy Killers um den Saxophonisten Bill Evans einige bekannte deutsche Musiker auftraten ( Wolfgang Haffner/Drums als Co-Leader, Claus  Fischer/Bass und Simon Ostlender/Hammond B 3/Flügel), umgab sich Simon  Phillips mit einigen jungen fantastischen Musikern von der Westküste  (Ausnahme: Otmaro Ruiz/Keyboards aus Venezuela). Auch der Altmeister Billy Cobham hatte keine bekannten Namen dabei. Alle drei Schlagzeuger machten einen fantastischen Job. Es gab allerdings  Unterschiede: während es bei den Spy Killers und Protocol wie aus einem Guss klang, fehlte dies beim bereits 75jährigen Altmeister. Als dieser dann nach fast 5 Stunden mit seinem Klassiker "Red Baron" abschloss, war auch beim  Publikum eine gewisse Schlagzeug-Sättigung eingetreten. Was bleibt zu  sagen? Drei große Schlagzeuger hintereinander "erschlagen" das Publikum  vielleicht. Außerdem - es müssen nicht unbedingt 30 Trommeln sein (Phillips) um einen vernünftigen Groove zu schaffen - dies bewies das Duo  Haffner/Fischer. Für mich die eindeutigen Gewinner eines gelungenen Abends.
 
Text & Fotos Steff Aperdannier


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Bericht zur Anniversary Night vom 16/11 bei den Leverkusener Jazztagen ! 2019

Während die erste instrumentalen Klänge der Jazz-Soul-Funk Formation aus Großbritanien erklangen, hatten The Baseballs ihren Aufreitt schon hinter sich. Zwar konnte man bei der deutschen Formation, mit ihrer über 10jährigen Bandgeschichte, in keinster Weise von Jazz als Musikrichtung sprechen, aber wie gekonnt sie Chartstitel oder Rock und Pop Klassiker in ein neues Rochn Roll Gewand steckten verdient schon enormen Respekt und wurde auch vom Publikum frenetisch gefeiert. Da erstrahlte zB. der Song BAD von Michael Jackson in einem ganz neuem Licht. Natürlich durfte der eine oder andere Titel vom King of Rockn Roll Mr. Elvis Presley auch nicht fehlen.
 
 
30 Jahre mehr hat allerdings INCOGNITO schon auf dem Buckel und trotzdem klingen die jazzig, funky Stücke keineswegs veraltert oder so dahergespielt. Eine enorme Frische und lebendigkeit umgab das Forum in Leverkusen, dass mehr als gut gefüllt war. Nach der ersten instrumentalen Nummer, kamen auch die 3 Sängerinnen auf die Bühne, die immer abwechselnt mit ihren facettenreichen Stimmen, den Saal zum Kochen und Mitklatschen animierten. Auch ein ausgedehntes Drum – und Percussionsolo über mehrere Minuten durfte nicht fehlen. Mit dem Bob Marley Klassiker ONE LOVE wurde das Publikum schließlich in die Nacht entlassen.

Text & Fotos: Stefan Aperdannier


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„Blick Bassy“ Klangvokalfestival 2019 im domicil in Dortmund
 
Der gebürtige Kameruner präsentierte an diesem Abend sein neues Album 1958. Es ist dem Unabhängigkeitskämpfer Ruben Um Nyobé gewidmet, der 1958 von den französischen Kolonialtruppen ermordet wurde.
 
Wer  jetzt allerdings geglaubt hatte, dass man nun wütende und/oder laute Musik zu hören bekommt, der hatte sich mächtig getäuscht. Vielmehr entstand bei fast allen Stücken ein Klangkosmos aus Trompete, Posaune, Cello und der relativ kleinen Gitarre von Bassy, die aussah als wäre sie aus einem Kindereinkaufsparadies entsprungen. Garniert wurde das ganze mit der samtweichen Stimme von dem lt. Dem britischen Guardian „wichtigsten neuen Künstler Afrikas“. Der Kameruner, der jetzt in Paris lebt, entführte mit seinen durchdachten Kompositionen  aus den genannten Instrumenten, die öfters auch mit elektronischen Effekten versehen waren, in weit entfernte Gefilde. Diese erhielten durch die verschiedenen Stimmtechniken und der Muttersprache Bassa ihren ganz eigenen Zauber. Zwischendurch wurde dann auch zu dem rhythmischen Sound des auf der Bühne stehenden Radios getanzt, bevor es wieder besinnlich und melancholisch wurde. Ein Abend voller Poesie, der zum Träumen und nachdenken einlud. Nach stehenden Ovationen erklangen noch 2 weitere Stücke, wobei das letzte Stück ganz alleine von der empfindsamen und überzeugenden Stimme Bassy’s mit seiner Gitarre zelebriert wurde.
 
Text & Fotos: Stefan Aperdannier

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Jazzfest Gronau  2019
 
NINA ATTAL
 
Mit der kleinen Französin stand nicht einfach eine Vorband für Level 42, die danach folgten, auf der Bühne, sondern ab der ersten Minute zündete die Band ein Feuerwerk ab, das man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus kam. Zusammen mit ihrem Bruder, der auch für den Backgrundgesang zuständig war, entstanden immer wieder Tanzeinlagen, die auch der Bruder öfters alleine auf das Parkett zauberte. Natürlich gab es auch die ein oder andere ruhigere Nummer, aber im Gedächtnis bleibt wohl die permanente Action auf der Bühne. Musikalisch war es allerdings der richtige Anheitzer für das nachfolgende Level 42 Konzert. Obwohl die 26jährige ihre Wurzeln im Blues hat, und 2009 Preise im Nachwuchswettbewerb bei einem der größten französischen Bluesfestivals gewann, präsentierte sie hier ihre Einflüsse von Prince, Larry Graham und Lenny Krevitz. Ein fulminantes Konzert, bei dem man sich fragen konnte, was es jetzt wohl noch toppen könnte.
 
Level 42
 
Die Band, die das erste Mal 2007 beim Jazzfest Gronau auftrat, wurde nach 12jähriger Abstinenz vom Publikum stürmisch empfangen. Obwohl ein paar Tage vorher der ehemalige Gitarrist und Gründungsmitglied Rowland Boon Gould gestorben war, spulte die Band ihr Programm mehr als professionell herunter. Frontmann und Bassikone Mark King hatte sichtlich Spaß am Spiel, genauso wie Drummer Pete Ray Biggin, den man meistens  breit grinsend hinter seinem riesigem Schlagzeug sah. Musikalisch wurde es natürlich eine ganze Ecke funkiger als bei Nina Attal, dazu trug auch die Bläsersection mit ihren messerscharfen Bläsersätzen bei. Auch wenn die Band vor 40 Jahren gegründet wurde, gehört ihre Musik noch lange nicht zum alten Eisen. Eine volle Halle und anhaltender Applaus haben dies eindrucksvoll bestätigt und so durften als Zugabe die alten Klassiker auch nicht fehlen.
 
Herbert Pixner Projekt
 
"Ich weiß gar nicht warum wir hier spielen, wir machen ja gar keine Jazz" - war der Anfangssatz mit dem Herbert Pixner die kurze Ansprache eröffnete nachdem die Band die Bühne betrat. In der Tat ist der Mann auch für volkstümliche Musik bekannt, aber diese wurde an diesem Abend auch nicht dargeboten. Vielmehr war es ein Klangkosmos aus Akkordeon, Harfe, Gitarre und Kontrabass. Bei den meisten Stücken hatte man das Gefühl in eine andere Welt zu schweben, auf eine Reise zu gehen, die man gar nicht mehr abbrechen möchte. Dabei bediente Pixner nicht nur gekonnt das Akkordeon, sondern auch Flügelhorn, Trompete, Saxophon, Klarinette und auch mal den Kontrabass. Viel zu schnell war die Reise vorbei, und die Standing Ovation sprachen eine eindeutige Sprache. Herpxner und sein Projekt dürfen gerne öfters die Reiseführung übernehmen und das Publikum beseelt nach Hause schicken!
 
Text & Fotos: Stefan Aperdannier

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„Sebastian Studnitzky & KY Organic“ im domicil in Dortmund
 
Acoustic Minimal Techno meets Jazz & Pop
 
Sebastian Studnitzky - tp & piano
Laurenz Karsten - guit
Paul Kleber - bass
Tim Sarhan - drums
 
Sebastian Studnitzky & KY Organic boten an diesem Abend im sehr gut gefülltem Domizil ein jazziges, elektronisches Soundpotpourri, welches Mal zum mit wippen und dann zum chillen einlud.
 
Mit ausschließlich akustischen Instrumenten ( Flügel, Konzertgitarre, Kontrabass und Schlagzeug ) wurden mit Hilfe der Elektronik Sounds erzeugt, die wohl zwischen Minimal Techno und Jazzlounge anzusiedeln sind.
 
Mit fast schon gehauchtem Trompetenspiel und virtuosem Klavierspiel schaffte es Studnitzky die Stimmführung abwechslungsreich und vielschichtig zu gestalten - nie zu aufdringlich aber doch sehr nah.
 
Als Zugabe wurden für 2 Stücke noch 4 Streicher auf die Bühne geladen, die in dem Projekt Memento mit Studnitzky auf Tour sind.
 
Kleiner Wermutstropfen - alle CDs waren nach dem Konzert ausverkauft - das sagt dann auch eigentlich alles!
 
Text & Fotos: Steff Aperdannier

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„Leverkusener Jazztage – JAZZHEROES 2019“
 
Begonnen hatte der Abend der Jazzheroes mit dem  Nachwuchswettbewerbsgewinner des letzten Jahres.
 
Und deshalb durfte das NuH(u)ssel Orchestra dieses Jahr auf der Hauptbühne der Leverkusener Jazztage auftreten.
 
Schlagzeuger, Komponist und Bandleader Wanja C. Hasselmann bezeichnet den Sound seiner Band als urban - und so klang es auch. Teils schwebten  Klangteppiche durch den Raum, die dann wenig später von sehr groovigen und pulsierenden Rhythmen abgelöst wurden. In den sehr durch arrangierten Stücken fanden sich die verschiedensten Musikarten wie Jazz, HipHop und Funk wieder.  Die Größe der Band und die weite der Stücke ließ den Solisten viel Raum für Improvisationen. Unterstützt wurden sie von den beiden Sängern Tina Sona und Redchild., die jeweils ein Stück mit ihrem Gesang veredelten.
 
Des Weiteren waren folgende Musiker auf der Bühne:
 
Wanja Hasselmann – drums
Jonathan Ihlenfeld Cuniado – bass
Jan Gospodinow – trumpet
Christopher Baum – keys
Florian Kiehn – guitar
Patrick Huss – percussion
Adrian Hanack – sax
Simon Oslender - keys
 
Zum Schluss des Konzertes war wohl jedem klar, warum diese Band den letztjährigen Nachwuchspreis gewonnen hatte.
 
 
„Mike Stern Band“
 
Als Mike Stern mit einem lang anhaltenden Lächeln die Bühne betrat, konnte man erahnen dass es witzig wird und so sprudelte die Spielfreude nur so aus ihm heraus. Seine Bandmitglieder, die allesamt schon den ganz Großen des Business wie z.B. Barbra Streisand, Madonna, Peter Gabriel, Sting und auch den Stones ihre Dienste zur Verfügung stellten, nahmen diese Spielfreude auf und es wurde gegroovt, gejammt und interagiert. Im rockigen Jazz-Fusionssound konnte Stern seiner ganzen Kreativität freien Lauf lassen und seinen ganz eigenen Sound immer gefühlvoll in Szene setzen, wobei er auch genügend Raum für Soli der anderen Bandmitglieder ließ.
 
Selbst als er bei einigen Stücken sang, erweckte er das Gefühl irgendwo in Afrika zu sein. Doch leider erwachte man nach sechs ausgedehnten Stücken wieder in der Realität und die Reise hatte ein Ende. Reisebegleiter von Mike Stern waren:

 
Bob Malach – sax
Darryl Jones – bass
Keith Carlock - drums
 
 
„Soubop“
 
Bei der 2003 von Randy Becker und Bill Evans gegründeten Band Soulbop XL ging im Gegensatz zu beiden vorigen Bands etwas mehr rockiger zu, was auch sicher an Gastmusiker Simon Philips an den Drums lag.
 
Philips, der schon für The Who, Pete Townsend und Toto die Stöcke geschwungen hat, unterstrich mit seinem knackigem , präsenten aber nicht zu aufdringlichem Spiel den fusionbetonten Jazzrocksound der Band, der von den beiden Gründungsmitgliedern an Trompete und Saxophon stark geprägt wurde. Immer wieder drückten sie, ob im Solo oder Duett, den Stücken ihren ganz besonderen Stempel auf ohne dabei ihre Mitspielen aus den Augen zu verlieren.
 
Gekonnt wechselten sich harmonische ruhige Passagen mit treibenden Rhythmen ab. Mit „Bones in the Ground“ hatte die Band, die außer ihren Gründungsmitgliedern, jedes Jahr neu besetzt wird, eine richtige Schmachtballde im Programm bei der Evans sogar gesanglich im Mikrophon überzeugen konnte.
 
Dieses Jahr dabei :
 
Randy Brecker – trumpet
Bill Evans – sax
Simon Philips – drums
Teymor Phell – bass
Otmaro Ruiz - keys
 
Den Schlusspunkt setze die bekannte Brecker Brothers Nummer „Some Skunk Funk“
 
Text & Fotos: Steff Aperdannier

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„Earth Wind and Fire“ in der Frankfurter Jahrhunderthalle 2018
 
Als um kurz nach 21.00 Uhr The elements of the Universe - Earth Wind and Fire die Bühne betraten, hatte man das Gefühl, der überwiegende Teil der meist älteren Zuschauer wollte nichts anderes, als in Erinnerungen schwelgen und sich dem Gefühl der guten alten 70er Jahre aussetzen. Und  sie wurden nicht enttäuscht ! Von Beginn an gab es ein Soulfeuerwerk mit alten Klassikern wie " Shine a star", "Getaway" oder "Serpentin fire". Danach zündete Verdin White, der Bruder des 2016 verstorbenen Bandleaders Maurice White, ein mehr-minütiges Bass-Solo, gefolgt von einem Percussion-Solo über die Rhythmik und Harmonie von "my papa was a rolling stone" . Dann wurde auch die Kalimba, ein afrikanisches Instrument für dessen Klänge die Band berühmt ist, gekonnt  in Szene gesetzt. Unter dem Fundament eines immer prägnanten Bassgrooves ließ sich die Halle auch nicht lange bitten erhob sich von ihren Sitzplätzen bevor es mit "After the love has gone" und "Reasons" in den ruhigen Teil des Abend überging. Das Schlussdrittel war dann  " Fantasy" und "Boogie Wonderland".  Ab da stand dann bis zum Schluss die ganze Halle Kopf, tanzte und schwenkte die Arme im Rhythmus dieser unnachahmlichen Soulmusik, die die 12 Musiker mit ihrem mehrstimmigen Gesang und den gestochenen Bläsersätzen zelebrierten. Dabei wurden auf der riesigen Leinwand hinter der Bühne neben Albumcovers und Kaleidoskop-Bildern immer wieder Fotos von Maurice White gezeigt, der die Band 1969 gegründet hatte. Die letzte Nummer war der sicherlich in Deutschland bekannteste Hit "September" und nach der Zugabe von " In the stone" wurde man leider wieder in die Realität zurückgeschickt.
 
Text & Fotos: Steff Aperdannier

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„Nils Landgren Funk Unit“  & „Tower of Power“ Jazzfest Gronau - Tag 9
 
Diese Nacht des Jazzfestivals sollte dem Funk gelten und als Nils Landgren mit seiner Band Funk Unit die ersten Töne ins Publikum posaunte, war schnell klar, dass es auch so sein würde. Irgendein Körperteil musste einfach zum Rhythmus mit zucken, wippen, oder sich irgendwie anders bewegen. Neunzig Minuten sollte der musikalische Fitnesskurs dauern, indem der Mann mit der roten Posaune seine Band nach vorne trieb, sich aber auch bescheiden zurücknehmen konnte um seinen Mit-Musikern den Raum zum solieren zu überlassen. Beim ersten Jazzfestival war er schon in Gronau dabei, aber 30 Jahre später ist dem sympathischen Schweden, der hervorragend Deutsch sprach, noch in Erinnerung geblieben, dass dieses bemerkenswerte Publikum sich sehr gut zum mitsingen animieren ließ. Auch kurze nicht ganz einfache rhythmische Gesangspassagen saßen nach einmaligem Vorsingen beim Publikum perfekt. Nach Zugabe und großem Applaus konnte man endlich frische Luft schnappen, denn der Höhepunkt sollte ja noch kommen.
 
„Tower of Power“
 
Die zehnköpfige Band aus Oakland California begann mit ein paar alten Song-Klassikern, bevor die Funktruppe um Bandleader Emillio Castillo und neuem Sänger Marcus Scott auch einige neue Songs des im Juni dieses Jahres erscheinenden Albums präsentierte. Die fünfköpfige Bläsertruppe, die wohl zu dem besten gehört  was dieser Planet zu bieten hat, bot nicht nur präzise Bläsersätze, sondern auch immer wieder eine liebevoll inszenierte Choreographie. Den Spannungsbogen von mitreißenden Grooves bis zu schmachtenden Balladen setzten die alten Männer gekonnt in Szene. Bei der ganzen Energie, die diese Truppe versprüht, kann man kaum glauben, das es dieses Jahr das 50jährige!!! Bandbestehen zu feiern gilt. Allein Marcus Scott senkt den Altersdurchschnitt ein wenig. Er versteht es aber auch wie kein anderer Sänger vor ihm, nicht nur mit seinem Gesang, sondern auch durch Tanzeinlagen a la James Brown das Publikum zu begeistern. Der letzte Song vor der Zugabe kommt dann auch wie das Motto des ganzen Abends daher - "What is hipp“. Das war hipp allerfeinster Klasse auf den Punkt gespielt, und deshalb durfte die nötige Zugabe natürlich auch nicht fehlen.
 
Text & Fotos: Steff Aperdannier

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Gronau Jazzfestival  2018 Tag 3
 
Richard Bona
 
Kurz nach 20:00 Uhr betrat der gebürtige Kameruner mit seinem Projekt " Mandekan Cubano" die Bühne des Bürgersaals, und versprühte ab der ersten Minute ein Wohlgefühl, welches das ganze Konzert über andauern sollte. Eröffnet wurde der Reigen mit kubanischen Latin / Salsa Nummern, die das kubanische Lebensgefühl auf das Publikum überspringen ließen. Eine gut eingespielte Band mit einem immer lächelnden und sehr authentischen Richard Bona wurde mit der Zeit auch mal ruhiger und die afrikanischen Einflüsse nahmen zu, ohne sich aber aufzudrängen, sondern eher um zu verschmelzen. So wurde das Publikum auch zum Mitsingen animiert und die knapp 1,5 Stunden vergingen wie im Flug.
 
Marcus Miller
 
Gefühlt etwas kühler begann Marcus Miller und seine Band. Mit einem fulminanten Funk / Fusion Jazz Nummer eröffnete der langjährige Bassist von Miles Davis sein Konzert. Nach kurzer Befragung des Publikums, ob es Motown möge, wurde "My Papa was a Rolling Stone" in bassgewaltiger Weise verfunkt, worauf beim Publikum erste Gesangeinlangen zu verzeichnen waren. Mit zunehmender Spieldauer aber hatte man das Gefühl, es wurde wärmer, jazziger und damit intimer. Nach einigen Songs seines neuen Albums widmete Miller einen Song seinen vor drei Wochen verstorbenen Vater, der eigentlich auch gerne Profimusiker geworden wäre. Spätestens nach dieser kleinen sehr bewegenden Geschichte über seinen Vater und dem darauf folgenden Song, in dem Miller eine Bassklarinette spielte, hatte er das Publikum vollständig eingefangen. Und auch Miller durfte nicht ohne Zugabe den Saal verlassen.
 

Text & Fotos: Steff Aperdannier

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8. Internationales Jazzfest Hamm 2018
 
An vier Tagen boten acht Bands die verschiedensten Ausdrucksformen des Jazz dar.
 
Den Anfang machte am Donnerstag Rüdiger Baldauf's Jackson-Trip. Die vierköpfige Band um den ehemaligen Trompeter von Stefan Raab's Studioband, den Heavytones - Rüdiger Baldauf, verstand es auch ohne Gesang den Stücken vom King of Pop - Michael Jackson, ein ganz neues Leben einzuhauchen und die Ohrwürmer auf eine ganz andere Art zu wahrzunehmen. Aber nicht nur Jackson-Klassiker wurden gekonnt in Szene gesetzt, auch Songs anderer Komponisten wurden von den vier Musikern, mit viel Freiraum für diverse Soli,  voller Leidenschaft und mit viel Seele neu interpretiert !
 
Am Freitag lud das Kurhaus Hamm dann zur Ladies Night, da die Bandleader allesamt weiblich waren - allerdings von ausnahmslos männlichen Kollegen begleitet wurden.
 
Los ging es mit Jessica Gall. Die gebürtige Berlinerin und ihre 3 Mitmusiker schafften es, das Publikum mit wohlfühlenden Klängen ruhig und andächtig der Weite viel Raum zur Entfaltung zu lassen. Ganz ohne Schlagzeug und Bass - nur mit 2 Gitarren und Klavier, wurde eine Stimmung erzeugt, die selbst bei dem Song "Rain" die Sonne aufgehen lies.
 
Ganz anderes die darauf folgendes "Angela-Puxi-Band". Hier wurde die Lautstärke um einges erhöht und grooviger Jazz-Fusion-Rock angeboten. Aber auch Balladen, wie über den brauäugigen Kuschelbären mit herrlichem Sopransaxsolo, hatten ihren Charme !
 
Kurz darauf begann im Hauptsaal Ida Sand. Die gebürtige Schwedin und ihre zwei Mitmusiker an Schlagzeug und Bass widmeten sich den Songs von Neil Young. Mit souliger Stimme und seelenvoller Songstruktur wurde schon das erste Stück gefühlvoll präsentiert. Neben einigen weiteren Songs der kanadischen Songlegende, wurde auch ein Jimi Hendrixsong gitarrenfrei ! neu interpretiert. Aber auch durch ihre charmante Art und diverse Soli ihrer Mitmusiker, schaffte es Ida Sand, dass das Publikum verzaubert die Heimreise antreten konnte.
 
Tag drei begann kräftig - soulig und funky. Andrew "Bullet" Lauer legte mit seinem Bassspiel und seiner souligen Stimme den Grundstein für ein neunzig minütiges Feuerwerk aus Soul, Funk und Rap. Das einige wenige  Zuschauer wohl die Anknüpfung an den gestrigen, ruhigen Abend, nach dem ersten Stück den Saal verließen, tat der Stimmung im Saal keine Abbruch - im Gegenteil. Zum ersten Mal standen die Zuschauer von ihren Stühlen auf und beklatschten lauthals das Geschehen. Jermaine Dobbins steuerte den Rapgesang bei und das Kurhaus verwandelte sich in eine Partyzone. Ein würdiger Anfang des dritten Tages, denn der Topact sollte noch folgen.
 
Als zweite Band spielten die Lokalmatadoren aus Hamm auf. Das Quartett um den Gitarristen Domik Korte passte sich der Lautstärke an. Mit Jazz, der abseits des Mainstream liegt, schafften es die Hammer u.a. in einem Song Charlie Parker und Michael Jackson zu vereinigen. Aber auch mit leisen Tönen konnte das Quartett begeistern. Leider waren an diesem ausverkauften Tag wohl schon einige auf den danach folgenden Topact bedacht und der kleine Saal füllte sich nicht so, wie es die Gruppe aus Hamm verdient gehabt hätte.
 
Bei Max Mutzke und seiner Band monoPunk wurde das Kurhaus dann fast zur Partymeile. Während die ersten drei Songs "nur" beklatscht wurden, ist danach bei den gängigen Hits  gerne mitgesungen worden, und der Applaus war deutlich lauter. Bei vielen Songs hielt es das Publikum nicht mehr auf den Sitzen, und ein gut gelaunter Max Mutzke, der vorher noch nie den Namen "Hamm" gehört hatte, verstand es geschickt, das Publikum und seine Band zu führen. Die Folge - minutenlanger Applaus und trampeln bis zur Zugabe !  
 
Am Abschlusstag war das Kurhaus erneut ausverkauft. Kein Wunder - der in Münster, und damit quasi um die Ecke, lebende Götz Alsmann ist immer ein Garant für beste Unterhaltung. Schon vor zwei Jahren, beim letzten Hammer Jazzfestival, konnte der Veranstalter ein Ausverkauft melden. Diesmal hatte Alsmann sein Brandneues Album "... - in Rom " im Gepäck ! Locker und lässig wurden Anekdoten aus der Proben - und Studiozeit in Italien erzählt, wo man in dem Studio aufgenommen hat, in dem auch Italowesternikone Ennio Morricone seine berühmte Westernmusik aufgenommen hatte. Dazwischen wurden, genauso locker und leicht, Italoschlagern, die man sich eigentlich schon leid gehört hat, auf eine Art und Weise neues Leben eingehaucht, das man den nächsten Urlaub nur noch in Italien verbringen möchte ! Götz Alsmann und seinen Mannen sei Dank - der Sommer kann kommen !!!
 
Text: Steff Aperdannier   Fotos: Steff Aperdannier & Kurt Rade

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