Steff Aperdannier - virgin-jazz-face

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„Leverkusener Jazztage – JAZZHEROES 2019“
 
Begonnen hatte der Abend der Jazzheroes mit dem  Nachwuchswettbewerbsgewinner des letzten Jahres.
 
Und deshalb durfte das NuH(u)ssel Orchestra dieses Jahr auf der Hauptbühne der Leverkusener Jazztage auftreten.
 
Schlagzeuger, Komponist und Bandleader Wanja C. Hasselmann bezeichnet den Sound seiner Band als urban - und so klang es auch. Teils schwebten  Klangteppiche durch den Raum, die dann wenig später von sehr groovigen und pulsierenden Rhythmen abgelöst wurden. In den sehr durch arrangierten Stücken fanden sich die verschiedensten Musikarten wie Jazz, HipHop und Funk wieder.  Die Größe der Band und die weite der Stücke ließ den Solisten viel Raum für Improvisationen. Unterstützt wurden sie von den beiden Sängern Tina Sona und Redchild., die jeweils ein Stück mit ihrem Gesang veredelten.
 
Des Weiteren waren folgende Musiker auf der Bühne:
 
Wanja Hasselmann – drums
Jonathan Ihlenfeld Cuniado – bass
Jan Gospodinow – trumpet
Christopher Baum – keys
Florian Kiehn – guitar
Patrick Huss – percussion
Adrian Hanack – sax
Simon Oslender - keys
 
Zum Schluss des Konzertes war wohl jedem klar, warum diese Band den letztjährigen Nachwuchspreis gewonnen hatte.
 
 
„Mike Stern Band“
 
Als Mike Stern mit einem lang anhaltenden Lächeln die Bühne betrat, konnte man erahnen dass es witzig wird und so sprudelte die Spielfreude nur so aus ihm heraus. Seine Bandmitglieder, die allesamt schon den ganz Großen des Business wie z.B. Barbra Streisand, Madonna, Peter Gabriel, Sting und auch den Stones ihre Dienste zur Verfügung stellten, nahmen diese Spielfreude auf und es wurde gegroovt, gejammt und interagiert. Im rockigen Jazz-Fusionssound konnte Stern seiner ganzen Kreativität freien Lauf lassen und seinen ganz eigenen Sound immer gefühlvoll in Szene setzen, wobei er auch genügend Raum für Soli der anderen Bandmitglieder ließ.
 
Selbst als er bei einigen Stücken sang, erweckte er das Gefühl irgendwo in Afrika zu sein. Doch leider erwachte man nach sechs ausgedehnten Stücken wieder in der Realität und die Reise hatte ein Ende. Reisebegleiter von Mike Stern waren:

 
Bob Malach – sax
Darryl Jones – bass
Keith Carlock - drums
 
 
„Soubop“
 
Bei der 2003 von Randy Becker und Bill Evans gegründeten Band Soulbop XL ging im Gegensatz zu beiden vorigen Bands etwas mehr rockiger zu, was auch sicher an Gastmusiker Simon Philips an den Drums lag.
 
Philips, der schon für The Who, Pete Townsend und Toto die Stöcke geschwungen hat, unterstrich mit seinem knackigem , präsenten aber nicht zu aufdringlichem Spiel den fusionbetonten Jazzrocksound der Band, der von den beiden Gründungsmitgliedern an Trompete und Saxophon stark geprägt wurde. Immer wieder drückten sie, ob im Solo oder Duett, den Stücken ihren ganz besonderen Stempel auf ohne dabei ihre Mitspielen aus den Augen zu verlieren.
 
Gekonnt wechselten sich harmonische ruhige Passagen mit treibenden Rhythmen ab. Mit „Bones in the Ground“ hatte die Band, die außer ihren Gründungsmitgliedern, jedes Jahr neu besetzt wird, eine richtige Schmachtballde im Programm bei der Evans sogar gesanglich im Mikrophon überzeugen konnte.
 
Dieses Jahr dabei :
 
Randy Brecker – trumpet
Bill Evans – sax
Simon Philips – drums
Teymor Phell – bass
Otmaro Ruiz - keys
 
Den Schlusspunkt setze die bekannte Brecker Brothers Nummer „Some Skunk Funk“
 
Text & Fotos: Steff Aperdannier

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„Earth Wind and Fire“ in der Frankfurter Jahrhunderthalle 2018
 
Als um kurz nach 21.00 Uhr The elements of the Universe - Earth Wind and Fire die Bühne betraten, hatte man das Gefühl, der überwiegende Teil der meist älteren Zuschauer wollte nichts anderes, als in Erinnerungen schwelgen und sich dem Gefühl der guten alten 70er Jahre aussetzen. Und  sie wurden nicht enttäuscht ! Von Beginn an gab es ein Soulfeuerwerk mit alten Klassikern wie " Shine a star", "Getaway" oder "Serpentin fire". Danach zündete Verdin White, der Bruder des 2016 verstorbenen Bandleaders Maurice White, ein mehr-minütiges Bass-Solo, gefolgt von einem Percussion-Solo über die Rhythmik und Harmonie von "my papa was a rolling stone" . Dann wurde auch die Kalimba, ein afrikanisches Instrument für dessen Klänge die Band berühmt ist, gekonnt  in Szene gesetzt. Unter dem Fundament eines immer prägnanten Bassgrooves ließ sich die Halle auch nicht lange bitten erhob sich von ihren Sitzplätzen bevor es mit "After the love has gone" und "Reasons" in den ruhigen Teil des Abend überging. Das Schlussdrittel war dann  " Fantasy" und "Boogie Wonderland".  Ab da stand dann bis zum Schluss die ganze Halle Kopf, tanzte und schwenkte die Arme im Rhythmus dieser unnachahmlichen Soulmusik, die die 12 Musiker mit ihrem mehrstimmigen Gesang und den gestochenen Bläsersätzen zelebrierten. Dabei wurden auf der riesigen Leinwand hinter der Bühne neben Albumcovers und Kaleidoskop-Bildern immer wieder Fotos von Maurice White gezeigt, der die Band 1969 gegründet hatte. Die letzte Nummer war der sicherlich in Deutschland bekannteste Hit "September" und nach der Zugabe von " In the stone" wurde man leider wieder in die Realität zurückgeschickt.
 
Text & Fotos: Steff Aperdannier

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„Nils Landgren Funk Unit“  & „Tower of Power“ Jazzfest Gronau - Tag 9
 
Diese Nacht des Jazzfestivals sollte dem Funk gelten und als Nils Landgren mit seiner Band Funk Unit die ersten Töne ins Publikum posaunte, war schnell klar, dass es auch so sein würde. Irgendein Körperteil musste einfach zum Rhythmus mit zucken, wippen, oder sich irgendwie anders bewegen. Neunzig Minuten sollte der musikalische Fitnesskurs dauern, indem der Mann mit der roten Posaune seine Band nach vorne trieb, sich aber auch bescheiden zurücknehmen konnte um seinen Mit-Musikern den Raum zum solieren zu überlassen. Beim ersten Jazzfestival war er schon in Gronau dabei, aber 30 Jahre später ist dem sympathischen Schweden, der hervorragend Deutsch sprach, noch in Erinnerung geblieben, dass dieses bemerkenswerte Publikum sich sehr gut zum mitsingen animieren ließ. Auch kurze nicht ganz einfache rhythmische Gesangspassagen saßen nach einmaligem Vorsingen beim Publikum perfekt. Nach Zugabe und großem Applaus konnte man endlich frische Luft schnappen, denn der Höhepunkt sollte ja noch kommen.
 
„Tower of Power“
 
Die zehnköpfige Band aus Oakland California begann mit ein paar alten Song-Klassikern, bevor die Funktruppe um Bandleader Emillio Castillo und neuem Sänger Marcus Scott auch einige neue Songs des im Juni dieses Jahres erscheinenden Albums präsentierte. Die fünfköpfige Bläsertruppe, die wohl zu dem besten gehört  was dieser Planet zu bieten hat, bot nicht nur präzise Bläsersätze, sondern auch immer wieder eine liebevoll inszenierte Choreographie. Den Spannungsbogen von mitreißenden Grooves bis zu schmachtenden Balladen setzten die alten Männer gekonnt in Szene. Bei der ganzen Energie, die diese Truppe versprüht, kann man kaum glauben, das es dieses Jahr das 50jährige!!! Bandbestehen zu feiern gilt. Allein Marcus Scott senkt den Altersdurchschnitt ein wenig. Er versteht es aber auch wie kein anderer Sänger vor ihm, nicht nur mit seinem Gesang, sondern auch durch Tanzeinlagen a la James Brown das Publikum zu begeistern. Der letzte Song vor der Zugabe kommt dann auch wie das Motto des ganzen Abends daher - "What is hipp“. Das war hipp allerfeinster Klasse auf den Punkt gespielt, und deshalb durfte die nötige Zugabe natürlich auch nicht fehlen.
 
Text & Fotos: Steff Aperdannier

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Gronau Jazzfestival  2018 Tag 3
 
Richard Bona
 
Kurz nach 20:00 Uhr betrat der gebürtige Kameruner mit seinem Projekt " Mandekan Cubano" die Bühne des Bürgersaals, und versprühte ab der ersten Minute ein Wohlgefühl, welches das ganze Konzert über andauern sollte. Eröffnet wurde der Reigen mit kubanischen Latin / Salsa Nummern, die das kubanische Lebensgefühl auf das Publikum überspringen ließen. Eine gut eingespielte Band mit einem immer lächelnden und sehr authentischen Richard Bona wurde mit der Zeit auch mal ruhiger und die afrikanischen Einflüsse nahmen zu, ohne sich aber aufzudrängen, sondern eher um zu verschmelzen. So wurde das Publikum auch zum Mitsingen animiert und die knapp 1,5 Stunden vergingen wie im Flug.
 
Marcus Miller
 
Gefühlt etwas kühler begann Marcus Miller und seine Band. Mit einem fulminanten Funk / Fusion Jazz Nummer eröffnete der langjährige Bassist von Miles Davis sein Konzert. Nach kurzer Befragung des Publikums, ob es Motown möge, wurde "My Papa was a Rolling Stone" in bassgewaltiger Weise verfunkt, worauf beim Publikum erste Gesangeinlangen zu verzeichnen waren. Mit zunehmender Spieldauer aber hatte man das Gefühl, es wurde wärmer, jazziger und damit intimer. Nach einigen Songs seines neuen Albums widmete Miller einen Song seinen vor drei Wochen verstorbenen Vater, der eigentlich auch gerne Profimusiker geworden wäre. Spätestens nach dieser kleinen sehr bewegenden Geschichte über seinen Vater und dem darauf folgenden Song, in dem Miller eine Bassklarinette spielte, hatte er das Publikum vollständig eingefangen. Und auch Miller durfte nicht ohne Zugabe den Saal verlassen.
 

Text & Fotos: Steff Aperdannier

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8. Internationales Jazzfest Hamm 2018
 
An vier Tagen boten acht Bands die verschiedensten Ausdrucksformen des Jazz dar.
 
Den Anfang machte am Donnerstag Rüdiger Baldauf's Jackson-Trip. Die vierköpfige Band um den ehemaligen Trompeter von Stefan Raab's Studioband, den Heavytones - Rüdiger Baldauf, verstand es auch ohne Gesang den Stücken vom King of Pop - Michael Jackson, ein ganz neues Leben einzuhauchen und die Ohrwürmer auf eine ganz andere Art zu wahrzunehmen. Aber nicht nur Jackson-Klassiker wurden gekonnt in Szene gesetzt, auch Songs anderer Komponisten wurden von den vier Musikern, mit viel Freiraum für diverse Soli,  voller Leidenschaft und mit viel Seele neu interpretiert !
 
Am Freitag lud das Kurhaus Hamm dann zur Ladies Night, da die Bandleader allesamt weiblich waren - allerdings von ausnahmslos männlichen Kollegen begleitet wurden.
 
Los ging es mit Jessica Gall. Die gebürtige Berlinerin und ihre 3 Mitmusiker schafften es, das Publikum mit wohlfühlenden Klängen ruhig und andächtig der Weite viel Raum zur Entfaltung zu lassen. Ganz ohne Schlagzeug und Bass - nur mit 2 Gitarren und Klavier, wurde eine Stimmung erzeugt, die selbst bei dem Song "Rain" die Sonne aufgehen lies.
 
Ganz anderes die darauf folgendes "Angela-Puxi-Band". Hier wurde die Lautstärke um einges erhöht und grooviger Jazz-Fusion-Rock angeboten. Aber auch Balladen, wie über den brauäugigen Kuschelbären mit herrlichem Sopransaxsolo, hatten ihren Charme !
 
Kurz darauf begann im Hauptsaal Ida Sand. Die gebürtige Schwedin und ihre zwei Mitmusiker an Schlagzeug und Bass widmeten sich den Songs von Neil Young. Mit souliger Stimme und seelenvoller Songstruktur wurde schon das erste Stück gefühlvoll präsentiert. Neben einigen weiteren Songs der kanadischen Songlegende, wurde auch ein Jimi Hendrixsong gitarrenfrei ! neu interpretiert. Aber auch durch ihre charmante Art und diverse Soli ihrer Mitmusiker, schaffte es Ida Sand, dass das Publikum verzaubert die Heimreise antreten konnte.
 
Tag drei begann kräftig - soulig und funky. Andrew "Bullet" Lauer legte mit seinem Bassspiel und seiner souligen Stimme den Grundstein für ein neunzig minütiges Feuerwerk aus Soul, Funk und Rap. Das einige wenige  Zuschauer wohl die Anknüpfung an den gestrigen, ruhigen Abend, nach dem ersten Stück den Saal verließen, tat der Stimmung im Saal keine Abbruch - im Gegenteil. Zum ersten Mal standen die Zuschauer von ihren Stühlen auf und beklatschten lauthals das Geschehen. Jermaine Dobbins steuerte den Rapgesang bei und das Kurhaus verwandelte sich in eine Partyzone. Ein würdiger Anfang des dritten Tages, denn der Topact sollte noch folgen.
 
Als zweite Band spielten die Lokalmatadoren aus Hamm auf. Das Quartett um den Gitarristen Domik Korte passte sich der Lautstärke an. Mit Jazz, der abseits des Mainstream liegt, schafften es die Hammer u.a. in einem Song Charlie Parker und Michael Jackson zu vereinigen. Aber auch mit leisen Tönen konnte das Quartett begeistern. Leider waren an diesem ausverkauften Tag wohl schon einige auf den danach folgenden Topact bedacht und der kleine Saal füllte sich nicht so, wie es die Gruppe aus Hamm verdient gehabt hätte.
 
Bei Max Mutzke und seiner Band monoPunk wurde das Kurhaus dann fast zur Partymeile. Während die ersten drei Songs "nur" beklatscht wurden, ist danach bei den gängigen Hits  gerne mitgesungen worden, und der Applaus war deutlich lauter. Bei vielen Songs hielt es das Publikum nicht mehr auf den Sitzen, und ein gut gelaunter Max Mutzke, der vorher noch nie den Namen "Hamm" gehört hatte, verstand es geschickt, das Publikum und seine Band zu führen. Die Folge - minutenlanger Applaus und trampeln bis zur Zugabe !  
 
Am Abschlusstag war das Kurhaus erneut ausverkauft. Kein Wunder - der in Münster, und damit quasi um die Ecke, lebende Götz Alsmann ist immer ein Garant für beste Unterhaltung. Schon vor zwei Jahren, beim letzten Hammer Jazzfestival, konnte der Veranstalter ein Ausverkauft melden. Diesmal hatte Alsmann sein Brandneues Album "... - in Rom " im Gepäck ! Locker und lässig wurden Anekdoten aus der Proben - und Studiozeit in Italien erzählt, wo man in dem Studio aufgenommen hat, in dem auch Italowesternikone Ennio Morricone seine berühmte Westernmusik aufgenommen hatte. Dazwischen wurden, genauso locker und leicht, Italoschlagern, die man sich eigentlich schon leid gehört hat, auf eine Art und Weise neues Leben eingehaucht, das man den nächsten Urlaub nur noch in Italien verbringen möchte ! Götz Alsmann und seinen Mannen sei Dank - der Sommer kann kommen !!!
 
Text: Steff Aperdannier   Fotos: Steff Aperdannier & Kurt Rade

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